DHA

Türkei: Reiserückkehrern mit dem Auto drohen Stichprobenkontrollen und Quarantäne

30.7.2020 11:11 Uhr

In der Bundesregierung ist man nach Informationen der Bild durch die Rückreise von türkischen Großfamilien mit dem Auto über den "Sila Yolu" - wie die Autostrecke von Europa in die Türkei genannt wird - ernsthaft besorgt. Man fürchtet, dass zum Teil Großfamilien unkontrolliert durch die Maschen schlüpfen und das Virus aus dem Sommerurlaub nach Deutschland einschleppen. Dadurch könnten sich die aktuell steigenden Zahlen nochmals vergrößern. Dem will man jetzt wohl einen Riegel vorschieben.

Bisher, so die Bild, sei das Thema der Reiserückkehr über den "Sila Yolu", den Landweg in die Türkei, in der Bundesregierung "nur hinter geschlossenen Türen" diskutiert worden. Jetzt scheinen aber Informationen durchgestochen worden zu sein und die Bild sagt, es lägen Regierungspapiere mit brisantem Inhalt vor. Es sei nach den Berichten Staatssekretär Miguel Berger aus dem Auswärtigen Amt (AA) gewesen, der wegen der zurückkehrenden Großfamilien auf dem Landweg Alarm geschlagen habe.

Stichproben auf dem "Sila Yolu" sollen signifikant erhöht werden

Berger soll nachdrücklich auf das Risiko der Reiserückkehr aus der Türkei aufmerksam gemacht haben. Er bezog sich dabei nach Berichten auf Zahlen, die von der Botschaft der Türkei kommuniziert wurden. Es würde berichtet, dass man mit rund einer Million an Reisen zwischen der Türkei und Deutschland rechnen würde. Eine hohe Zahl trotz Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und Einstufung als Risikoland. Berger sei alarmiert, da in der Türkei immer noch jeden Tag knapp 1000 neue Fälle gemeldet würden und es insgesamt 228.924 bestätigte Fälle mit dem Coronavirus gegeben habe.

Miguel Berger habe gefordert, dass die Zahl der Überprüfungen signifikant erhöht werden und das besonders bei den einreisenden Großfamilien in Fahrzeugen, die den "Sila Yolu" wählen. Ziel ist es, weit mehr Rückkehrer aus der Türkei als bisher zu kontrollieren. Da müsse das Netz engmaschiger werden und es soll geprüft werden, haben die Einreisenden einen Test und begeben sie sich in die Quarantäne. Ohne Test ist bei Rückkehr aus dem Corona-Risikoland Türkei die 14-tägige Quarantäne Pflichtprogramm – oder es drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro pro Person.

Pflichttests in Deutschland bei Rückreise aus der Türkei ab kommender Woche

Bereits nächste Woche, so will es Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU durchdrücken, soll es eine offizielle Anordnung für Rückkehrer aus Risikoländern wie der Türkei geben. Hier gilt dann die Testpflicht in Deutschland. Das heißt: Wer aus der Türkei zurückkehrt, muss sich am Flughafen, am Bahnhof, im Seehafen und an allen anderen Einreisepunkten (Grenzübergängen bei der Autoeinreise über den "Sila Yolu") verpflichtend testen lassen. Danach muss man, bis man das Ergebnis erhält, daheim in Quarantäne bleiben. Wer also auf den "letzten Drücker" am letzten Ferientag zurückreist, könnte Probleme bekommen, rechtzeitig seine Arbeit wieder anzutreten oder die Kinder in die Schule zu schicken, wenn das Testergebnis bis dann nicht vorliegt.

Gestern wurde von den EU-Botschaftern beschlossen, dass die Reisewarnung zwischen Deutschland und der Türkei nicht fällt. Gerade für Rückkehrer aus der Türkei, die dort die Familie besucht haben, wird das die Wiedereinreise etwas erschweren.

(ce)

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