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Türkei: Prozess gegen Steudtner wegen Covid-19 verschoben

23.3.2020 18:20 Uhr

Wegen der Coronakrise ist der Prozess in der Türkei gegen den Deutschen Peter Steudtner auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Eigentlich war der Gerichtstermin für Anfang April geplant.

Neuer Verhandlungstag sei der 3. Juli, sagte Steudtners Anwalt, Murat Boduroglu, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Alle Gerichtsverhandlungen vorübergehend ausgesetzt

Justizminister Abdülhamit Gül hatte vergangene Woche erklärt, dass alle Gerichtsverhandlungen wegen des Coronavirus vorübergehend ausgesetzt werden mit Ausnahme von dringenden Fällen. Auch der Prozess gegen den inhaftierten Deutsch-Türken Enver Altayli, der eigentlich vergangenen Donnerstag stattfinden sollte, war wegen der Corona-Krise verschoben worden.

Die Türkei hat bislang offiziell 1236 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet und 30 Todesfälle gemeldet.

Steudtner, der Schwede Ali Gharavi und acht türkische Menschenrechtler waren Anfang Juli 2017 bei einem Workshop auf der Insel Büyükada vor der Küste Istanbuls unter Terrorverdacht festgenommen worden. Zu Prozessbeginn im Oktober 2017 kamen alle frei, Steudtner und Gharavi reisten aus. Kilic, dessen Fall später der Anklageschrift hinzugefügt wurde, saß mehr als ein Jahr im westtürkischen Izmir in Untersuchungshaft. Der Fall Steudtner sowie die Inhaftierung weiterer Deutscher hatte ab 2017 die türkisch-deutschen Beziehungen schwer belastet.

(an/dpa)

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