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Türkei: Opferfest könnte zum Superspread-Event werden

7.7.2020 18:19 Uhr, von Andreas Neubrand

Der Vorsitzende der Kammer der Veterinäre von Istanbul hat vor einem erhöhten Risiko für über eine Million Menschen gewarnt, sich mit dem neuen Coronavirus zu infizieren. Der Grund ist das bevorstehende Opferfest, bei dem Tausende Menschen auf unhygienische Tiermärkte strömen, um Schlachttiere zu erwerben.

"Bis zum 16. Juli werden die Tiere zum rituellen Schlachten angeboten", so Murat Arslan: "In dieser Zeit strömen die Menschen dann auch auf die Märkte."

Geopferte Tiere werden mit den Armen geteilt

Für das Opferfest ziehen jedes Jahr im ganzen Land die Menschen auf die überfüllten Marktplätze, untersuchen die Tiere und verhandeln mit den Verkäufern über den Preis. Später werden die Tiere dann geopfert. Muslime auf der ganzen Welt opfern an diesem Tag Schafe, Ziege und Kühe um später das Fleisch mit den Armen zu teilen.

Letztes Jahr wurden allein in Istanbul rund 150.000 Tiere getötet, in der ganzen Türkei waren es 3,5 Millionen Tiere.

Kein Handschlag mehr nach Kauf

Arslan empfiehlt, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutz auf den Märkten obligatorisch sein müsse und das man vor dem Betreten der Geschäfte Einweg-Plasiküberschuhe tragen solle. Auch das traditionelle Händeschütteln zur Besiedelung des Vertrags solle in der Pandemie vermieden werden.

Auch empfiehlt er, die Tiere nicht mit nach Hause zu nehmen, sondern sie vor Ort auf Altären auf den Märkten zu schlachten. Traditionell opfert jeder sein Tier am ersten Tag des Festes. "Ich empfehle jedoch die Schlachtungen auf drei Tage auszudehnen, um eine Überfüllung der Märkte zu verhindern" so Arslan.

Keine Ausgangssperre währned Eid al-Adha

Tevfik Özlü, ein Arzt im Wissenschaftsrat des Gesundheitsministeriums, äußerte ebenfalls Bedenken über Corona-Ausbrüche während des Opferfestes. Er betonte jedoch, dass es keine Ausgangssperren geben werde und die Moscheen geöffnet bleiben sollen.

Die Türkei verzeichnete in den letzten 24 Stunden 1086 neue Corona-Fälle, ein leichter Rückgang der Tagesrate.

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