imago images / Science Photo Library

Türkei: Oberster Gerichtshof fällt Urteil zu Gunsten einer Ehefrau in Kreditfragen

8.9.2020 19:33 Uhr

Eine Frau eröffnete eine Klage zur Rückerlangung des Hauses, das aufgrund der Schulden ihres Mannes von einer Bank beschlagnahmt worden war. Der Oberste Gerichtshof der Türkei ordnete an, das gepfändete Haus der Frau zurückzugeben. Begründet wurde das damit, dass der Ehemann die Verschuldung ohne Wissen und Einverständnis der Ehepartnerin durchgeführt hatte.

Das Urteil wird als richtungsweisender Präzedenzfall in Istanbul angesehen. Das Ehepaar kaufte 2008 ein Haus im Bezirk Kücükcekmece und die Urkunde wurde im Namen des Ehemannes eingetragen. Nach einiger Zeit nahm der Ehemann ohne Zustimmung seiner Frau einen Kredit bei einer Bank auf und konnte laut Tageszeitung Hürriyet die monatlichen Raten nicht zurückzahlen. Die Bank beschlagnahmte das Haus, da der Ehemann das Haus als Sicherheit für den Kredit hinterlegte. Die Frau erhob im Dezember 2014 Klage gegen die Pfändung, kurz nachdem sie von der Angelegenheit erfahren hatte.

Kreditvertrag muss rückabgewickelt werden

Im Mai 2016 ordnete das Amtsgericht an, die Übertragung der Besitzurkunde des Hauses vom Ehemann an die Bank einzustellen. Die Bank brachte den Fall vor den Obersten Gerichtshof. Der Oberste Gerichtshof befand, dass die Frau im Recht sei.

„Die Bank wusste, dass es sich um ein eheliches Zuhause handelt. Vor der Vereinbarung eines Hypothekenvertrags musste die Bank die Frau um ihre Zustimmung bitten. Das Kreditgeschäft mit der Sicherheitshinterlegung ist ungültig. Das gilt ebenso für eigenmächtige die Übertragung der Besitzurkunde. Die muss rückabgewickelt werden."

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.