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Türkei: Neue Corona-Maßnahmen verkündet

27.8.2020 12:17 Uhr

Nach einem signifikanten Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen in der Türkei hat die Regierung reagiert: In 14 Provinzen, einschließlich der Hauptstadt Ankara, sind gesellschaftliche Veranstaltungen wie Henna-Nächte, Verlobungszeremonien und Beschneidungspartys, an denen große Menschenmengen teilnehmen, per sofort verboten.

Die Verbote umfassen die Provinzen Adana, Agri, Bursa, Corum, Diyarbakir, Erzurum, Gaziantep, Kayseri, Konya, Mardin, Sanliurfa, Van und Yozgat, die meisten davon in den zentralanatolischen, östlichen und südöstlichen Regionen des Landes.

Hochzeiten auf eine Stunde begrenzt

Eine vom Innenministerium herausgegebene Richtlinie besagt, dass die Dauer von Hochzeitszeremonien auf eine Stunde begrenzt sein muss. Speisen und Getränke sollen bei solchen Veranstaltungen nicht serviert werden.

Gemäß der Richtlinie dürfen zudem Personen ab 65 Jahren sowie Kinder unter 15 Jahren nicht an Hochzeitszeremonien teilnehmen, es sei denn, sie stammen aus der unmittelbaren Familie der Braut und des Bräutigams.

Kontrolle durch Beamte

Mindestens ein Beamter wird damit beauftragt sein, zu überwachen, ob die Maßnahmen bei solchen gesellschaftlichen Veranstaltungen ordnungsgemäß umgesetzt werden. Stühle und Tische in Festsälen müssen so arrangiert werden, dass die Regeln der Sozialen Distanz gewahrt werden.

Protest von Hochzeitsveranstaltern

Die neue Regelung trifft nicht überall auf Zustimmung. So haben in Bursa die Hochzeitsveranstalter vor dem Rathaus protestiert. Laut ihnen kommen die Einschränkungen und Verbote dem Ruin gleich. Sie fordern, dass die Regelungen nochmals geprüft werden und weisen darauf hin, dass Straßenhochzeiten ein viel größeres Risiko bergen würden und man diese verbieten solle, statt Hochzeiten und feste im kontrollierten Rahmen eines Festsaals, so der Vorsitzende der Hochzeitsveranstalter in Bursa, Vedat Karabulut.

Protest der Wedding-Planer in Bursa (Bild: dha)

Schnelle Verbreitung bei Events

Die Maßnahmen werden aufgrund der Tatsache ergriffen, dass sich COVID-19 bei gutbesuchten gesellschaftlichen Ereignissen schnell verbreiten kann, stellte das Ministerium fest.

Wer gegen die Antiviren-Maßnahmen verstößt, muss mit Geldstrafen oder gar rechtlichen Schritten rechnen.

Flexibles Arbeiten für Beamte

In der Zwischenzeit wurde per Präsidialdekret erneut ein flexibles Arbeitsschema für Beamte eingeführt.

Dieses Modell umfasst die Arbeit von zu Hause aus und Arbeit im Schichtbetrieb, ohne dass sie den öffentlichen Dienst behindern und unterbrechen. Das jeweilige Präsidialdekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht.

(be/dha)

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