Hürriyet

Türkei: Neue Ausgrabungen in Besiktas bereichern Geschichte von Istanbul

15.10.2020 10:47 Uhr

Aufgrund der U-Bahn- und Eisenbahnkonstruktionen im Bezirk Besiktas sowie der Bodenentfernungsarbeiten im Bezirk Silivri seien im Laufe der Jahre so viele Artefakte ans Licht gekommen, dass man ein Museum damit füllen könnte.

"Bei den Ausgrabungen wurden so viele Artefakte gefunden, dass damit ein neues Museum gebaut werden könnte", schrieb die Tageszeitung Hürriyet in ihrem Artikel. "Die Artefakte stammen aus dem Jahr 6.500 v. Chr., dem Gründungsdatum der Metropole", fügte die Zeitung in der Türkei hinzu.

Skelett und Friedhof im Kurgan-Stil

Laut der Tageszeitung wurde der älteste Friedhof im Kurgan-Stil im Viertel Canbaztepe im Bezirk Silivri gefunden. Kurgan, was auf alttürkisch "Burg" bedeutet, ist ein Name für einen alten Friedhof, der mit Sand bedeckt ist und wie ein kleiner Hügel aussieht. Dort wurde auch das Skelett eines früheren Kommandanten und eine Speerspitze entdeckt.

Inmitten der Eisenbahngrabungen in Haydarpasa wurden zudem einige Stadtmauern und Gebäudereste des historischen Khalkedon, "Land der Blinden", ausgegraben.

Spuren der ersten Türken der Metropole

In den U-Bahn-Baustellen im Bezirk Besiktas wurden außerdem noch Spuren der ersten Türken der Metropole entdeckt. Archäologen sollen etwa 80 Kurgan-Friedhöfe, Äxte und viele Töpfe und Pfannen aus dem Jahr 3.500 v. Chr. ausgegraben haben.

Es wurden auch 37 untergetauchte Schiffsreste, zwei Kanus und 2080 Fußabdrücke aus der Antike entdeckt.

Elfenbeinwürfel, gravierte Sandalen und Holzkamm

Unter den gefundenen Artefakten befanden sich zu guter Letzt ein 1600 Jahre alter Elfenbeinwürfel, 1500 Jahre alte Sandalen mit eingravierten Worten "Trage diese in gesunden und glücklichen Tagen, meine Dame" und ein 1600 Jahre alter Holzkamm mit ebenfalls eingravierten Worten, die auf Latein lautete: "Oh Herr, bitte hilf..".

(gi)

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