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Türkei: Meteorit wird in Corum verkauft

31.5.2020 12:20 Uhr

Im letzten Jahr wollte der Landwirt Mutlu Yilmaz in Corum in der Türkei sein Feld bestellen. Dabei fiel ihm ein schwerer Felsbrocken auf, den er entfernen wollte. Doch was Mutlu Yilmaz auf seinem Feld liegen hatte, war kein gewöhnlicher Stein – es war ein 68 Kilogramm schwerer Meteorit. Und den will Herr Yilmaz, nachdem das Fundstück in einem Museum ausgestellt war, nun verkaufen.



Der Bauer Mutlu Yilmaz, der letztes Jahr auf seinem Feld in der zentralanatolischen Provinz Corum in der Türkei einen Meteoriten gefunden hat, will ihn jetzt verkaufen. Der 68 Kilogramm schwere Meteorit ist der drittgrößte je in der Türkei gefundene Himmelskörper und wird in der Literatur als "Gerdekkaya" bezeichnet. Doch wie kam es zu dem außergewöhnlichen Fund und was ist in der Zwischenzeit geschehen?


Letztes Jahr im April versuchte Yilmaz, einen großen Stein auf seinem Feld zu entfernen, konnte es aber nicht, weil er zu schwer war. Nachdem Yilmaz gesehen hatte, dass der Stein ungewöhnlich aussah, brachte er ihn mit Hilfe seiner Nachbarn zu sich nach Hause. Yilmaz schickte ein Stück des grauen Felsens zur Untersuchung an eine Universität in den USA. Nach einer Untersuchung stellte sich heraus, dass der Fels ein Meteorit war. Nachdem das bekannt wurde und sicher war, welch außergewöhnlichen Fund er dort machte, lagerte er den Stein in einem Banktresor.


Mitarbeiter der Direktion für Kultur und Tourismus der Provinz nahmen Kontakt mit Yilmaz auf und baten darum, den Meteoriten im Museum auszustellen. Der Meteorit war anderthalb Monate lang im Museum von Corum ausgestellt und es wurde berichtet, dass der Meteorit aus zwölf unterschiedlichen und seltenen Elementen bestehen würde. Das machte ihn zum drittgrößten Fund eines Meteoriten in der Türkei. Ein Informationstext mit dem Titel "Boten des Weltraums" wurde vom Museum erstellt, in dem der Meteorit ausgestellt war. Das Alter des Himmelskörpers wurde in den USA auf mindestens 4000 Jahren geschätzt. Rund 4000 Menschen schauten sich den "Himmelsboten" an, bevor er an seinen Finder Mutlu Yilmaz zurückgegeben wurde.


Yilmaz erklärte, dass sein Meteoriten-Fund wieder in den Fokus rückte, nachdem bekannt wurde, dass diese Woche ein Lichtblitz am Himmel über der nordöstlichen Türkei auftauchte. Auch der Vorgang wurde durch einen "brennenden Meteor" verursacht, der auf die Erde krachte. "Ich kann Menschen, die Teile des Meteoriten suchen, Tipps geben, damit sie ihn auch finden. Der Stein kann schwarz oder rot sein. Wenn Menschen der Meinung sind, den Meteoriten gefunden zu haben, wäre es sinnvoll, einen Magneten an den Stein zu halten. Reagiert der Fundstein magnetisch, sollte man versuchen, ein kleines Stück davon abzutrennen. Um selbst zu prüfen, ob es ein Meteorit ist, sollte man ihn mit einem feuchten Stück Baumwollstoff, das in Kolonya getränkt ist, benetzen. Bleiben auf dem Stoffstück anthrazitfarbene Reste zurück, kann es sich um einen Meteoriten handeln."


Er sagte, dass es sehr wichtig sei, ein Zertifikat für das Gestein zu erhalten und fügte hinzu: „Sie können bei der Universität von Trakya, der Universität Ege oder dem Institut für Gesteinskunde ein Zertifikat beantragen. Man kann von dort eine Analyse erhalten, selbst wenn man nur rund sechs Gramm des Steines einschickt. Es ist nicht notwendig, den Fund als Ganzes dort abzugeben." Yilmaz erklärte, er wolle jetzt seinen Meteoriten verkaufen und sagte: "Eine Person aus Russland hatte uns damals bereits 68.000 US-Dollar (über 61.000 Euro oder rund 465.000 Lira) angeboten. Aber damals haben uns die Leute in die Irre geführt und gesagt, dass der Verkaufspreis höher liegen müssen und wir haben nicht verkauft. Vor kurzem wurden uns 8000 US-Dollar (rund 7200 Euro oder 55.000 Lira) angeboten, aber wir haben das nicht akzeptiert."


Diese Woche wurden in vielen türkischen Provinzen, darunter Sivas, Bingöl, Trabzon und Artvin, Handyvideos von einem explodierenden Meteoriten aufgenommen. Die Aufnahmen zeigen, wie der Meteorit an Himmel auftaucht, er als helles Licht auf die Erde zusteuert und dann explodiert. "Dies ist ein typischer Meteoritenabsturz. Tatsächlich wurde die Explosion an einigen Stellen sogar gespürt", sagte Ozan Ünalan, ein Wissenschaftler der Universität von Ege und fügte hinzu, dass kein Grund zur Panik bestehe.


(ce)

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