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Türkei: Mehr Einpersonenhaushalte und kleinere Haushaltsgrößen

8.5.2020 9:18 Uhr

Die durchschnittliche Haushaltsgröße in der Türkei, die 2012 bei 3,69 Personen lag, ging 2019 auf 3,35 zurück. Dies ist laut Statistiken und den Ergebnissen einer durchgeführten Umfrage des türkischen Statistikamtes TÜIK zur Lebenszufriedenheit ein Abwärtstrend, der darauf hinweist, dass die Zahl der Familien mit Kindern im Land zurückgegangen ist. Rückläufig ist auch die Zahl der konsanguinen Eheschließungen (Verwandtenhochzeiten) - oftmals zwischen Cousinen und Cousins - im Land.

Der Anteil der Haushalte, die aus einzelnen Kernfamilien bestehen, betrug 2014 nach Umfragen rund 67,4 Prozent. Dieser Wert ging 2019 auf 65,1 Prozent zurück, heißt es in dem Bericht. Der Anteil der Haushalte, der als Großfamilien definiert wird, bestehend aus mindestens einer Kernfamilie und anderen Personen, ging von 16,7 Prozent im Jahr 2014 auf 15,0 Prozent im Jahr 2019 zurück. Der Anteil der Einpersonenhaushalte stieg von 13,9 Prozent im Jahr 2014 auf 16,9 Prozent im Jahr 2019.

Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Kultur halten sich in Grenzen

Die Provinz mit der höchsten durchschnittlichen Haushaltsgröße war die östliche Provinz Sirnak mit 6,11 Familienmitgliedern, während die Provinz mit der niedrigsten durchschnittlichen Haushaltsgröße die westliche Provinz Canakkale mit 2,63 Einwohnern war. Die Provinz mit der höchsten Haushaltsrate von Einzelpersonen war die östliche Provinz Tunceli mit 26,4 Prozent. Der höchste Anteil der Ausgaben der privaten Haushalte war der Bereich der Konsumgüter, der 23,7 Prozent auf Platz 1 lag. Danach folgen die Ausgaben für Wohnen und Miete mit 20,3 Prozent auf dem zweiten Platz und die Ausgaben für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke mit 18,3 Prozent auf dem dritten Platz. Die Ausgabengruppen mit dem niedrigsten Anteil an den Gesamtkonsumausgaben waren Gesundheit mit 2,2 Prozent, Bildungsdienstleistungen mit 2,3 Prozent und Unterhaltung und Kultur mit 2,9 Prozent. Gesundheitsvorsorge, Bildung und kulturelles Leben stehen demnach in der Türkei nicht ganz so hoch im Kurs, dass man bereit ist, dafür Ausgaben zu tätigen.

Der Anteil der Personen ab 18 Jahren, die angaben, mit ihren Familien am zufriedensten zu sein, lag 2019 bei 74,1 Prozent. Während 79,5 Prozent der Männer angaben, mit ihren Familien zufrieden zu sein, lag diese Quote für Frauen in der Türkei bei 68,8 Prozent. Der Anteil der Männer, die angaben, mit ihren Kindern am glücklichsten zu sein, betrug 7,4 Prozent, während der Anteil der Frauen in diesem Segment 18,1 Prozent betrug.

Verwandtenhochzeiten in der Türkei rückläufig

Der Anteil der Personen ab 16 Jahren, die in ihrer letzten Ehe einen Verwandten (Cousine, Cousin) geheiratet haben, betrug 8,5 Prozent. Die südöstliche Provinz Mardin war mit 20,8 Prozent die Provinz mit der häufigsten Ehehäufigkeit zwischen Cousinen und ihren Cousins. Edirne im Nordwesten war mit 1,1 Prozent die Provinz mit dem niedrigsten Anteil an Personen, die eine konsanguine Ehe zwischen Cousine und Cousin eingingen. Statistiken zeigten, dass noch 5,9 Prozent der offiziellen Ehen im Jahr 2010 konsanguine Ehen (Verwandten-Ehen) waren. Diese Rate ging in den folgenden Jahren kontinuierlich auf 5,0 Prozent im Jahr 2014 und auf 4,0 Prozent im Jahr 2019 zurück.

Forschungsergebnisse zeigten, dass Mädchen häufiger dazu ermutigt werden, in Haushalten in der Türkei im Haushalt zu helfen als Jungen. Unter den Kindern in der Altersgruppe von fünf bis 17 Jahren betrug der Anteil der Kinder, die ihren Familien bei der Hausarbeit helfen, 45,5 Prozent. Diese Quote betrug 40,0 Prozent für Jungen und 51,3 Prozent für Mädchen.

(ce)

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