DHA

Türkei: Maschinenexporte in ersten sieben Monaten bei 7,7 Milliarden Euro

11.8.2020 15:50 Uhr

Der Maschinensektor der Türkei, der im zweiten Quartal einen Exportverlust von 27 Prozent verzeichnete, gibt wieder positive Signale von sich. Im Juli wurde die Exportleistung des Sektors mit 1,27 Milliarden Euro beziffert. In den ersten sieben Monaten summiert sich damit das Exportvolumnen auf 7,7 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der türkische Maschinenexport, der sein Hauptgeschäft mit fünf Ländern abwickelt - Deutschland, USA, Großbritannien, Italien, Frankreich - verzeichnete einen Gesamtverlust von 508 Millionen Euro, während die Exporte nach Russland um 19 Prozent zunahmen. Der Verband der Maschinen-Exporteure betonte, dass der weltweite Maschinenhandel aufgrund der Pandemie um rund 20 Prozent zurückgegangen ist. Man hofft in der Türkei aber, dass die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen innerhalb von zwei Jahren wieder das vorherige Niveau erreichen werden.

Karavelioglu: "Wir können uns sehr schnell auf diese Veränderung einstellen"

Der Präsident des Verbands der Maschinen-Exporteure, Kutlu Karavelioglu, sagte dazu: "In einer Zeit, in der der internationale Handel plötzlich unterbrochen wurde und der weltweite Maschinenhandel um 20 Prozent zurückging, haben wir unseren Verlust unter 12 Prozent gehalten und uns positiv von unseren Wettbewerbern unterschieden. Wir arbeiten unter Berücksichtigung des Risikos der zweiten Welle. In unseren Gesprächen mit unseren Teilsektoren sehen wir, dass Unternehmen bereits Vorbereitungen für ein neues Krisenmanagement treffen und wenn das pessimistische Szenario kommen sollte, versuchen sie, mit dem geringsten Schaden davonzukommen. Wenn die zweite Welle nicht kommt, können wir uns den Zahlen des letzten Jahres nähern."

Karavelioglu fügte hinzu, dass die verarbeitenden Sektoren in den Ländern mit ihren Hauptmärkten zwar noch nicht voll ausgelastet sind, aber kürzlich neue Aufträge erhalten haben: "Diese Wiederbelebung hat den Optimismus starker Unternehmen verstärkt. Der Quarantäneprozess war eine Zeit, in der Lebensstile in allen Gesellschaften in Frage gestellt wurden und echte Chancen und Bedürfnisse klar erkennbar wurden. Dies wird tiefgreifende Auswirkungen auf das Konsum- und Investitionsumfeld haben. Es ist noch nicht bekannt, wie sich die Änderung der Konsumgewohnheiten auf welche Industriezweige auswirkt und welche den Investitionsbedarf erhöhen. Aber wir können uns sehr schnell auf diese Veränderung einstellen, solange wir nicht in Liquiditätsengpässe geraten."

Präsident Karavelioglu wagte weitere Ausblicke und sagte: "Um einen Durchbruch zu erzielen, muss unser Land die Maschinenimporte bedingungslos einschränken und Ressourcen an die Technologieentwicklung seiner eigenen Hersteller und nicht an konkurrierende Länder übertragen. Angesichts der Tatsache, dass die Digitalisierung ihre Bedeutung für die Integration in die neue Ära erhöhen wird, sollten wir zusammenarbeiten und alle Prozesse in unserer Fertigungsindustrie so weit wie möglich digitalisieren. Der Bereich, in dem ein Umzug branchenspezifisch erfolgen sollte, sind die Entwurfs- und Überprüfungsprozesse. Es ist äußerst wichtig, diese Bereiche zu entwickeln, um die Geschwindigkeit der Herstellung zu erhöhen und den CO2-Ausstoß zu verringern."

Karavelioglu: "Die Türkei wird wesentlich größere Ziele erreichen"

Karavelioglu wies darauf hin, dass protektionistische Maßnahmen heutzutage unabdingbar seien und zusätzliche Zölle in Kraft bleiben sollten, bis eine Normalisierung der globalen Produktion und des globalen Handels erreicht sei: "In dem Krisenumfeld, in dem die Produktionsinvestitionen rapide zurückgehen, sehen wir, dass insbesondere die Maschinen östlichen Ursprungs mit Dumpingpreisen und großen Finanzierungskampagnen leicht die Zollmauern überqueren. Während die Länder der Europäischen Union umfassende Maßnahmen dagegen entwickeln, sind diese Maßnahmen in unserem Land unterrepräsentiert. Angesichts der Spekulationen, dass unser Maschinenbau im Wesentlichen der Montagesektor ist, müssen zusätzliche Steuern fallen. Die Mehrwertdaten von TUIK zeigen, dass der Sektor im allgemeinen verarbeitenden Gewerbe an der Spitze steht."

Karavelioglu wies darauf hin, dass der Maschinensektor die Produktion während des Quarantäneprozesses aufgrund von Wartung und Reparatur nicht eingestellt habe: "In der letzten Umfrage, die wir bei Maschinenherstellern durchgeführt haben, trat ans Tageslicht, dass Liquidität und geringe Kapazitätsauslastung die wichtigsten aktuellen Probleme seien. Unabhängig davon, welches Szenario im Zusammenhang mit der Epidemie auftritt, müssen diese Probleme dringend gelöst werden. Wir freuen uns auf eine Zeit, in der wir effizient produzieren und investieren, Gewinne erzielen, Technologien entwickeln und Ressourcen für Forschung und Entwicklung bereitstellen können. Wir wollen das letzte Glied sein, in dem sich Wissen, Branding und Technologie konzentrieren, die den größten Teil des Wertes in globalen grenzüberschreitenden Produktionsketten ausmachen. Selbst die Aktivierung unserer derzeit nicht genutzten Kapazitäten reicht aus, um diese zu erreichen. Weil es in der neuen Zeit nicht mehr billig ist, sind eine zuverlässige Versorgung und eine enge geografische Lage wichtig. In dieser Zeit, in der regionale Abkommen durch bilaterale Abkommen ersetzt werden, bilden Maschinen den Kern aller Freihandelsabkommen. Die Türkei wird wesentlich größere Ziele erreichen, die den Maschinenbau stark halten."

(ce)

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