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Türkei lehnt Kairos Waffenstillstand für Libyen ab

12.6.2020 8:25 Uhr, von Andreas Neubrand

Der jüngste Versuch des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar, in Libyen einen Waffenstillstand zu erreichen, sei eine "Totgeburt", so der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Angeboten hatte den Waffenstillstand der ägyptische Präsident Fattah al-Sisi.

Der Versuch ist für die Türkei nichtig, so Cavusoglu am 10. Juni. Grund ist, dass Haftar die Waffenstillstandsabkommen in Moskau und Berlin nicht unterzeichnet habe. Stattdessen habe er seine Aggressivität noch gesteigert.

Haftar verliert Boden

Erst jetzt, als Haftar Boden verliert, sei er an einem Waffenstillstand interessiert. "Das ist weder überzeugend, noch auftrichtig", so Cavusoglu. Ein Waffenstillstand könne nur bei einer internationalen Konferenz wie in Moskau oder Berlin unterzeichnet werden, fuhr er fort. Er müsse dabei von allen Seiten ausgehandelt werden.

"Nur unter dem Dach der Vereinten Nationen könne ein Waffenstillstand dauerhaft sein", so der Außenminister. Dabei betonte er auch die Rolle Russlands und erinnerte, dass die Türkei und Russland gemeinsam immer wieder versucht hätten, einen Waffenstillstand auszuhandeln. Die Nato hat festgestellt, dass Russland immer wieder Flugzeuge nach Libyen schickt. "Doch wir sind bereit, auch wieder mit Russland zu sprechen, damit die Spannungen in dem Bürgerkriegsland sich nicht erhöhen", so Cavusoglu.

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