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Türkei: Landesweite Kontrollen der Corona-Maßnahmen

7.8.2020 11:02 Uhr

In der letzten Woche hat die Türkei einen rund 20-prozentigen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnen müssen. Um einer weiteren Verbreitung entgegenzuwirken, gab es am Donnerstag landesweite großangelegte Inspektionen der Umsetzung der Corona-Maßnahmen.

Doch das alles hilft nichts, wenn sich nicht die Bevölkerung selbst an die Regeln hält, betonen hochrangige Regierungsbeamte wie Innenminister Süleyman Soylu und fordern die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich strikter an die Masken- und Abstandsregeln zu halten, um eine zweite Welle zu verhindern.

Kontrollen in 81 Provinzen

Tausende Sicherheitsbeamte führten in 81 Provinzen Inspektionen durch, um zu überprüfen, ob Menschen im Freien Masken trugen und ob Arbeitsplätze, Restaurants und Cafés den Hygiene- und Sozialabstandsregeln entsprachen.

Innenminister Süleyman Soylu sagte Reportern, dass die Besorgnis über die zweite Welle der Pandemie fast überall auf der Welt zu sehen sei, und betonte: "Lassen Sie uns nicht in die gleiche Situation kommen. Lassen Sie uns selbst-disziplinieren. "

Kontrolle bei einem "Berber" (Bild: dha)

Keine Ausgangssperren geplant (?)

Die Zahl der neuen Fälle hat in der Türkei rund 1.200 erreicht, was einem Anstieg von circa 20 Prozent innerhalb Woche entspricht. Die Behörden befürchten, dass diese Zahlen noch weiter steigen könnten, weil viele Menschen auf ihren Reisen in die Sommerurlaubsorte wie Antalya oder Bodrum nachlässig bei der Umsetzung der Regeln geworden seien.

Auf die Frage, ob die Türkei erneut Ausgangssperren verhängen würde, sagte Soylu: "Das steht nicht auf unserer Tagesordnung. Das kommt nicht in Frage." Es gibt jedoch Berichte, dass die Regierung in der kommenden Zeit über teilweise und regionale Sperren nachdenkt, falls der Anstieg weiter zunehmen sollte.

In Antalya wurden Touristen mehrsprachig über die Maßnahmen informiert (Bild: dha)

Können die Schulen plangemäß öffnen?

Eine wachsende Sorge ist, ob die Schulen in der Türkei tatsächlich zum geplanten Zeitpunkt am 31. August eröffnet werden, wie vom Bildungsministerium angesichts der besorgniserregenden Ausbreitung der Pandemie im Land erklärt wurde. Bildungsminister Ziya Selçcuk forderte die Nation auf, nicht über die Eröffnung der Schulen zu spekulieren, die rund 18 Millionen Schüler und Lehrer betrifft.

"Es ist so einfach vorzuschlagen, dass Schulen nicht öffnen sollten, wie es ist, ohne Maske auszugehen, soziale Distanzierung zu missachten oder die Maßnahmen zu ignorieren. Jeder, der ausgeht, sollte die Verantwortung für 18 Millionen Schüler übernehmen. Bitte lassen Sie uns Maßnahmen umsetzen", sagte Selcuk auf Twitter. Die Türkei plant die Eröffnung der Schulen am 31. August, hat jedoch bereits ein Vier-Wege-Szenario für den Fall entwickelt, dass sich der Ausbruch im Land verschlimmert.

Gesundheitsminister Koca fordert mehr Achtsamkeit

In ähnlicher Weise forderte Gesundheitsminister Fahrettin Koca die Öffentlichkeit auf, sich an die Regeln zu halten. In zwei Postings auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Koca am Freitagmorgen: "Werden wir die Pandemie unser Leben kontrollieren lassen oder übernehmen wir mit Maßnahmen die Kontrolle über die Pandemie? Wir können es schaffen. Wir brauchen Wachsamkeit bei den Maßnahmen." Etwas später schrieb Koca: "In diesen Zeiten ist naher Kontakt nicht warmherzig. Wenn doch nur diejenigen mit Wasser in den Lungen erklären könnten, was es ist!"

Manchmal muss man anscheinend deutlich und bildlich werden, um die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger zu erregen.

(be)

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