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Türkei lässt Ball in der Süper Lig weiter rollen

17.3.2020 20:29 Uhr, von Chris Ehrhardt

In ganz Europa werden die Ligen im Fußball wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Die Europameisterschaft wurde abgesagt. Aber in der Türkei hat der türkische Fußballverband verkündet, man würde weiterspielen und das bis Ende April ohne Zuschauer. Nachdem schon Trainer-Fuchs Fatih Terim, Uruguays Nationalkeeper und Torhüter von Galatasaray, Fernando Muslera, sowie auch der deutsche Ex-Weltmeister Lukas Podolski von Antalyaspor sich eher negativ zu einer möglichen Fortsetzung des Ligabetriebs äußerten, ist der Streit nahezu vorprogrammiert.

Nihat Özdemir, Vorsitzender des türkischen Fußballverbandes TFF, hat verkündet, dass der Spielbetrieb in der türkischen Süper Lig weiterlaufen wird. Gespielt wird jedoch bis Ende April auf jeden Fall ohne Zuschauer. Im Vorfeld hatte es bereits Spekulationen gegeben, nach dem einige international renommierte Spieler und Trainer des türkischen Oberhauses forderten, sich dem Vorgehen in Europa anzupassen und den Spielbetrieb zu unterbrechen, man könnte ebenso in eine Spielpause gehen. Nachdem die UEFA bekannt gab, es wird im Sommer 2020 keine EM geben, werden die vorgesehenen Testspiele der Nationalelf im März wohl auf den Sommer verlegt. Wohl auch aus dem Grund, dass der Türkei kaum eine Alternative blieb, weil die Gegner pausieren.

Fatih Terim gegen Liga-Fortführung

Özdemir berief sich bei der Verkündung der Entscheidung darauf, dass die Türkei nach offizieller Darstellung eines der am geringsten vom Coronavirus betroffenen Länder sei. Sollte sich die Lage im Land jedoch ändern, wäre es auch eine Option, diese Entscheidung zu revidieren. Das würde wohl dann der Fall, wenn Spieler positiv auf Covid-19 getestet werden und ganze Teams in Quarantäne müssen. Ferner nannte der TFF-Vorsitzende die Ukraine als Referenz, denn dort soll der Spielbetrieb auch fortgesetzt werden.

Ob das Fatih "Imperator" Terim erfreuen wird, der nach dem torlosen Istanbul-Derby von Galatasaray gegen den Ortsrivalen Besiktas eine Brandrede hielt und den Liga-Abbruch forderte, darf bezweifelt werden. Zu Terim gesellten sich international renommierte Spieler, denen sich der Sinn, dass sie vor leeren Rängen auflaufen, anstatt etwas zu warten, nicht erschließen will. Fernando Muslera, Keeper von Galatasaray und Nummer Eins im Tor von Uruguay, sprach gar von einer "Schande", dass man die Spieler zwingen würde, zu spielen.

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