Hürriyet

Türkei: Künstler halbiert Porträt für halben Preis des Käufers

30.9.2020 15:36 Uhr

Ein Sammler, der ein Kunstwerk des türkischen Malers Ali Leblebici wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Rabatt zum halben Preis kaufen wollte, hat nur die Hälfte des Werkes zugeschickt bekommen.

Leblebici hat einem Käufer die Hälfte seines Porträts mit dem Namen „MMXI“ geschickt, nachdem der Sammler unter Berufung auf die Pandemie einen Rabatt von 50 Prozent gefordert hatte. Der Künstler stimmte dem Rabatt zu, schnitt sein Kunstwerk jedoch in zwei Teile und sendete nur die eine Hälfte an den Käufer.

Das geschnittene Porträt des Künstlers (Bild: Hürriyet)

Anschließend teilte der Künstler ein Foto seiner Arbeit auf Instagram und schrieb dazu: "Letzte Woche hat mich ein Sammler kontaktiert, um mein Gemälde zu kaufen. Wir haben am Telefon über die Corona-Pandemie, die Situation auf dem Kunstmarkt und die Verlangsamung des Umsatzes gesprochen. Er sagte, dass der Preis meiner Arbeit in diesem Zusammenhang zu hoch und dass ich ein unabhängiger Künstler sei, daher keinen Anteil am Galerieverkauf haben sollte. Ich stimmte zu."

Wieso der Künstler das Gemälde halbierte

Leblebici berichtete, die Bemerkungen des Sammlers "verletzten“ ihn "wie einen Dolch". "Auf Wunsch des Sammlers habe ich auch einen Rabatt von 50 Prozent gewährt. Was der Sammler natürlich nicht vorhersehen konnte, war, dass ich nur die Hälfte meiner Arbeit an ihn verkaufen würde. Ich habe die Arbeit halbiert, verpackt und verschickt. Nach ein paar Tagen rief er mich in großer Panik an und sagte, dass die Hälfte der Leinwand geschnitten sei. Ich sagte anschließend zu ihm: "Der Kunstmarkt ist nicht gut, der Verkauf steht still, ich habe keine Galerie, in der ich vertreten bin und ich bin ein unabhängiger Künstler. Doch auch mich hat die Pandemie getroffen."

Berichten zufolge wollte der Künstler das Porträt für 17.000 türkische Lira (etwa 1900 Euro) verkaufen, doch behält nun selbst sein Werk, nachdem der vorläufige Käufer das halbe Werk zurücksandte.

Gemischte Reaktionen in den sozialen Medien

Auf seine Aktion erhielt Leblebicis gemischte Reaktionen in den sozialen Medien. Während einige Benutzer ihn mit dem anonymen Straßenkünstler Banksy aus England verglichen, beschuldigten andere ihn, gegen Vertrag und Vertrauen verstoßen zu haben.

(gi)

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