Hürriyet

Türkei kritisiert Kanadas militärischen Exportstopp

6.10.2020 20:31 Uhr

Die Türkei hat den militärischen Exportstopp Kanadas scharf kritisiert. Kanada messe mit zweierlei Maß, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des türkischen Außenministeriums am Dienstag, nachdem Kanada die Ausfuhrgenehmigungen einiger Militärprodukte in die Türkei ausgesetzt hat.

"Kanadas Erklärung zur Aussetzung der Ausfuhrgenehmigungen einiger militärischer Produkte in unser Land ist ungerecht. Kanada tut dies nur, weil wir den legitimen Kampf Aserbaidschans unterstützen und wir sehen darin einen Hinweis auf Doppelmoral", heißt es in der Erklärung des Außenministeriums.

Kanada liefert Waffen in den Jemen

"Schon nach dem Start der 'Operation Peace Spring' der Türkei in Nordsyrien hat Kanada darauf verzichtet, der Türkei militärisches Equipment zu liefern. Schon damals hat Kanada den Geist der militärischen Allianz verletzt. Kanada sieht aber keine Probleme darin, Waffen in den Jemen zu exportieren, wo wir Zeuge einer der größten humanitären Tragödien dieses Jahrhunderts erleben. Auch für die Experten der UN gibt es für die Blockade der Ausfuhr an einen Nato-Verbündeten keine Erklärung", fügte das Außenministerium hinzu.

Die Türkei habe ein umfassendes Exportkontrollsystem und setze ihre Verpflichtungen fleißig um, sagte das Ministerium. "Wir verlangen von Kanada, dass sie aufhören, mit dieser Doppelmoral und nicht mehr auf anti-türkische Kreise in ihrem Land hören sollen", heißt es in der Erklärung.

"Kanada hat ein robustes Exportkontrollsystem und somit die entsprechenden Exportgenehmigungen für die Türkei ausgesetzt, um Zeit für eine weitere Bewertung der Situation zu haben. Wir glauben, dass im Berg-Karabach-Konflikt 'kanadisches Equipment' eingesetzt wird", so der kanadische Außenminister Francois-Philippe Champagne.

(an)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.