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Türkei kritisiert Griechenland wegen Vorwürfen zur Umwandlung des Chors-Museums in eine Moschee

23.8.2020 22:02 Uhr

Im Nachbarstreit zwischen der Türkei und Griechenland wurde ein weiteres Kapitel geöffnet. Athen hatte die Entscheidung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, das Chora-Museum wieder als Moschee zu nutzen, kritisiert. Darauf hat nun Ankara reagiert und seinerseits die Erklärung zur Umwandlung seitens Griechenlands kritisiert.

"Die Chora-Moschee gehört wie die Hagia Sophia und andere Kulturgüter in unserem Land zur Türkei und ist unser Eigentum", sagte der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, in einer Erklärung. Der Einlassung folgte auf eine Erklärung aus Athen, die sich gegen die Wiedereröffnung des Kariye-Museums als Moschee wandte. Wie die Hagia Sophia stammt das Gebäude aus der byzantinischen Zeit und wurde im sechsten nachchristlichen Jahrhundert erbaut. Aksoy sagte, die Türkei schütze ihre Kulturgüter im Rahmen der türkischen Tradition der Toleranz, die sich aus ihrer Kultur, Geschichte sowie ihren Rechten und Pflichten aufgrund internationaler Konventionen ergibt, akribisch.

Umwandlung in Moschee per Präsidialdekret

"Wir möchten betonen, dass eine Änderung des Status eines Weltkulturerbes nicht im Widerspruch zur UNESCO-Konvention zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes steht", sagte Aksoy. Er sagte auch, dass Griechenland, das Moscheen und Masjids des osmanischen Erbes auf seinem Territorium zu Kirchen gemacht hat, das letzte Land sei, das etwas über den Respekt vor anderen Religionen zu sagen hätte. Aksoy warf Griechenland vor, trotz internationaler Abkommen die Menschenrechte und die Freiheit der türkischen Minderheit in seinem Land mit allen Arten Repressalien zu überziehen. Darum habe Athen kein Recht, die Türkei zu belehren.

Mosaik im Kaiye-Museum - Quelle: imago images / Westend61

"Griechenlands Bemühungen, in der Region mit ihren historischen Komplexen falsche Agenden zu schaffen, sind zum Scheitern verurteilt. Wir laden Griechenland erneut ein, Frieden mit seiner Geschichte zu schließen und den Muslimen die notwendigen Einrichtungen zu bieten", fügte Aksoy hinzu. Das Kariye-Museum aus dem 6. Jahrhundert im Istanbuler Stadtteil Fatih wurde nach Angaben der Behörden am Freitag als Moschee für Gebete wiedereröffnet. Ein im Amtsblatt des Landes veröffentlichtes Präsidialdekret hob eine Entscheidung des Kabinetts von 1945 unter Präsident Ismet Inönü auf, mit der Chora, Kariye auf Türkisch, in ein Museum umgewandelt wurde. Verglichen mit der Hagia Sophia verfügt das Chora-Museum über weit mehr Mosaike.

(ce)

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