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Türkei: Konyaalti Beach von Antalya in 60 Jahren um 35 Meter zurückgegangen

20.7.2020 10:28 Uhr

Er ist einer der bekanntesten und beliebtesten Strände in Antalya: der rund sieben Kilometer lange Konyaalti Strand. Doch in den letzten 60 Jahren konnte ein Rückgang der Küstenlinie verzeichnet werden – um rund 35 Meter. An der schmalsten Stelle ist gerade einmal genug Platz für ein Handtuch geblieben. Worin ist die Erosion des Küstenstreifend begründet?

Satellitenbilder geben Aufschluss über den Rückgang (Bild: dha)

Das Fakultätsmitglied Prof. Dr. Nihat Dipova der Akdeniz Universität (Fakultät für Ingenieurswissenschaften und Bauingenieurswesen) hat die Erosion der Küstenlinie vor Ort untersucht. Als Ergebnis der mit Satellitenbildern durchgeführten Untersuchungen stellte Professor Dipova fest, dass die Küstenlinie gegenüber den 1960er Jahren um 35 Meter abnahm. Dr. Dipova sagte, es gebe drei Gründe für den Rückgang.

Erosion, kein Nachschub und das Bogacay-Projekt

Prof. Dipova stellte fest, dass der Rückgang hauptsächlich zunächst durch natürliche Erosion verursacht wurde. Doch in den letzten Jahren trugen weitere Gründe zum Rückgang der Küstenlinie bei. Zum einen gebe es zwar in Antalya Sand- und Kiesgruben, um die Küstenlinie wieder "aufzufüllen". Die Materialien würden aber nicht an den Konyaalti Strand gebracht werden. Ein weiterer Faktor sei der Ausbau des Bogacay Projekts, durch den die Fließgeschwindigkeit des Wassers gebremst werden würde und das Wasser so keinen natürlichen "Nachschub" für den Strandaufbau liefern könne.

Das Bogacay-Yachthafen-Projekt

Die Bauarbeiten für den Yachthafen am Bogacay-Fluss sind weiterhin in vollem Gange. Hier soll der sechs Kilometer lange Strand von Konyaalti um nochmals 40 Kilometer aufgestockt werden – allerdings Richtung Inland. Neben einem Yachthafen sollen hier zahlreiche Freizeitmöglichkeiten geschaffen werden. Doch durch die Bauarbeiten und den Eingriff in die Natur, habe es auch Auswirkungen auf den Konyaalti-Beach gegeben.

Blick auf den Konyaalti-Strand und Bogacay-Projekt (Bild: dha)

Prof. Dipova sagte: „Dies war ein Problem und natürlich gibt es Lösungen. Steine, Sand und Kies, die sich im Norden von Bogacayi und am Sarisu Ladies Beach angesammelt haben, können hierher gebracht werden. Da diese Lösung jedoch nicht permanent ist, kehrt sie nach einer Weile zu ihrem früheren Erscheinungsbild zurück."

Früher gab es 29 Wasserfälle

Der Schriftsteller und Wissenschafter Emin Altiner, der seit seiner Geburt in Antalya lebt und die Entwicklung der letzten Jahre genau beobachtet hat, erzählt, dass früher die Flüsse Bogacay, Sarisu, Arapsuyu den Konyaalti Strand mit reichlich Schwemmland versorgten. Auch gab es früher 29 Wasserfälle, die sich über den Beach ins Meer stürzten. Doch davon sei nur noch ein Wasserfall übrig. "Antalya war früher ein Ort, an dem man an 29 Wasserfällen vorbei musste. Doch wir haben diese nach und nach blockiert und mit Beton verstopft. Antalya hat sich zwar zu einer Tourismus-Hauptstadt verwandelt, doch wir haben auf dem Weg viel verloren", so Altiner.

An den schmalsten Stellen des Konyaalti Strands passt gerade einmal ein Handtuch hin (Bild: dha)
(be)

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