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Türkei: Kommentator von beIN SPORTS entschuldigt sich nach sexistischer Entgleisung

9.8.2020 20:56 Uhr

Der türkische Sportkommentator Melih Sendil hat sich nach einem massiven Shitstorm via Social Media und in der Öffentlichkeit für seine sexistischen Entgleisungen entschuldigt. Der Kommentator sagte im Spiel der Champions League zwischen Manchester City und Real Madrid, dass Frauen keinen Platz im Fußball haben. Der Sport sei Spiel für Männer. Dabei zielte er auf die Trikotfarbe der Madrilenen ab.

"Fußball ist so ein männliches Spiel und es passt besser zu Frauen, Volleyball zu spielen. Meine persönliche Meinung ist, dass Frauen nicht Fußball spielen sollten", sagte Sendil und bemerkte, dass er Basketball auch als Spiel für Männer betrachtet. Der Kommentator war sich dabei wohl schon im Vorfeld dessen bewusst, was er dort sagte. "Es wird diskriminierend klingen und sie werden mich dafür kritisieren, aber es spielt keine Rolle. Wir sind daran gewöhnt. Ich würde niemals rosa Trikots von einer Mannschaft tragen lassen, wenn ich Vorsitzender eines Fußballklubs wäre", fügte er hinzu. Das sagte er, während Karim Benzema im Bild war, dessen Marktwert zu seinen Bestzeiten bei rund 60 Millionen Euro lag.

Als Kommentator Sendil den anderen Kommentator Ilker Yagcioglu nach seiner Meinung zu diesem Thema fragte, stimmte der ihm ebenfalls zu und fügte hinzu, dass er dies ebenfalls nicht zulassen würde. Melih Sendils sexistische Äußerungen haben eine heftige Debatte in der Türkei und Empörung in den sozialen Medien ausgelöst. Kritiker merkten an, solche Aussagen seien sexistisch, diskriminierend und erschweren die Gleichstellung der Geschlechter. "Fußball ist ein Spiel, das von Frauen gespielt wird. Pink ist eine Farbe, die von Männern getragen werden kann. Und das Unglaublichste ist, dass Volleyball auch für Männer geeignet ist. Legen Sie sich doch keine Grenzen auf. Besonders aber nicht uns (Frauen)", sagte Banu Yelkovan, eine türkische Sportkolumnistin auf Twitter.

Sender beIN SPORTS plant Maßnahmen gegen Wiederholung solcher Aussagen

Ein anderer Sportjournalist, Kenan Basaran, bezeichnete die Istanbuler Konvention als einen Vertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, während er Sendil scharf kritisierte. Basaran erklärte, dass die Firma beIN SPORTS Sendil dazu bringen sollte, ein rosa Hemd zu tragen und fuhr fort, dass Sendil dadurch nichts von seiner Männlichkeit verlieren würde. Basaran beschrieb es als eine Schande, dass eine Person in der Position von Sendil Sexismus transportiert.

In der Zwischenzeit entschuldigte sich Sendil nach den harschen Reaktionen in den sozialen Medien und der scharfen Kritik von bekannten Sportlern aus der Türkei. "Ich entschuldige mich aufrichtig bei der beIN SPORTS-Familie, die sich immer entschieden gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ausgesprochen hat. Ich entschuldige mich ebenso bei all unseren Frauen und Zuschauern, insbesondere bei unseren angesehenen Menschen, die durch Kommentare beleidigt wurden, was nicht in meiner Absicht lag", versuchte Sendil die Situation zu retten. Auch der Sender beIN SPORTS sah sich anlässlich der deutlichen Reaktionen in der Zuschauerschaft zu einem Statement genötigt und erklärte: "Wir werden unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Wiederholung einer solchen Situation in der Zukunft zu verhindern."

(ce)

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