Hürriyet

Türkei kämpft gegen Schmuggelaktivitäten von historischen Schätzen

27.10.2020 11:33 Uhr

Als die Nachbarn der Türkei, Syrien und Irak, im Nahen Osten mit jahrelangen Kriegen und Konflikten zu kämpfen hatten, erlebte die Türkei laut den Angaben einer Expertin eine Reihe an Artefakte-Schmuggel aus dem reichen kulturellen Erbe dieser Nationen.

"Ja, die Unruhen in der Region haben den illegalen Handel in die Höhe getrieben, aber im Einklang mit den regionalen Umständen ergreift die Türkei Maßnahmen", berichtete Zeynep Boz vom türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.

Sie fügte hinzu: "Die Türkei ist der Ansicht, dass die Frage des Kulturguts über allen politischen Diskussionen steht. Als die Unruhen [2011] begannen, wurden alle Museen, privaten Museen und Sammler [in der Türkei von der Region] sensibilisiert, die möglicherweise Schmuggelware aus Syrien oder dem Irak haben könnten."

"Alle in der Türkei beschlagnahmten Gegenstände illegaler Herkunft werden oder sind bereits zurückgegeben worden", betonte sie. Nach Angaben des Ministeriums gab die Türkei allein im Jahr 2019 81 Objekte an den benachbarten Iran und zwei Objekte an China zurück. "Unsere Bemühungen sind nicht einseitig und unser Respekt vor Kulturgut beschränkt sich nicht nur auf unsere Grenzen", erklärte Boz weiter.

Wichtige Maßnahmen

"Es ist sehr wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, bevor illegale Schmuggelaktivitäten stattfinden. In diesem Sinne werden in der Türkei Bestandsstudien, Sicherheitsvorkehrungen wie Sicherheitskameras und -Wachen oder Alarmsysteme von großer Bedeutung. Warnmeldungen, die das Ministerium für Kultur und Tourismus erreichen, werden sofort geprüft und alle erforderlichen Informationen werden mit den Staatsanwälten sowie den zuständigen Strafverfolgungsbehörden besprochen", erklärte sie.

Allerdings sei der wichtigste Punkt bei der Bekämpfung von Schmuggelaktivitäten die Zusammenarbeit mit internationalen Behörden.

Geschmuggelte Artefakte aus der Türkei

Boz berichtete auch über die Kulturgüter, die die Türkei zurück ins Land bringen konnte. "Seit 2002 wurden 4.441 Artefakte in die Türkei zurückgebracht", sagte sie, fügte jedoch hinzu, dass "Zehntausende" von Artefakten noch zurückgeführt werden müssten.

"Aufgrund geheimer Ausgrabungen ist es manchmal schwierig, den Ursprung eines Objekts zu identifizieren", erklärte sie. Aber das Ministerium für Kultur und Tourismus arbeite in enger Abstimmung mit dem Innen-, Handels- und Außenministerium unermüdlich daran, alle als illegal aus der Türkei entnommenen Gegenstände zurückzubringen.

Zu den wichtigsten westlichen Ländern, in die Artefakte aus der Türkei geschmuggelt wurden oder auch noch werden, gehören laut Boz die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die Schweiz.

(gi)

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