Türkei: Italien gibt geschmuggelte Stele mit Inschrift zurück

22.9.2020 8:32 Uhr

Nach einem langen Gerichtsverfahren hat die türkische Botschaft von den italienischen Behörden eine 1800 Jahre alte Inschrift aus der Zeit der Lydier zurückbekommen.

Die türkische Delegation reiste am 19. September nach Florenz, um die lydische Stele zu erhalten, die 1997 aus der Türkei nach Italien geschmuggelt wurde.

Nach etwa 23 Jahren wieder im türkischen Besitz

Im Gespräch mit der staatlichen Agentur Anadolu drückte der türkische Botschafter in Rom, Murat Salim Esenli, seine Freude darüber aus, einen solchen historischen Moment in Florenz mitzuerleben, und berichtete: „Nicht jeder hat die Möglichkeit, an diesem Moment teilzunehmen, wir sind in dieser Hinsicht äußerst glücklich und stolz.“

„Wir hatten viele Treffen mit unserem Anwalt Luca Brachi und haben eine Strategie in Bezug auf die rechtliche Dimension festgelegt. Unser Ministerium für Kultur und Tourismus fand diese Strategie angemessen und wir haben sie in die Praxis umgesetzt. Unsere 22-23-jährige Arbeit [für das Zurückgewinnen der Stele] hat sich endlich ausgezahlt “, fügte er hinzu.

Die geschmuggelte Inschrift

Über die Einzelheiten der historischen Inschrift sagte Esenli: „Es handelt sich bei der Inschrift im Wesentlichen um eine Buße, die von Mutter und Vater als Folge der Traurigkeit und des Bedauerns geschrieben wurde, die sie für den Diebstahl ihrer beiden Söhne empfanden und die sie dem Tempel anboten.“

Esenli erklärte: „Professor Hasan Malay selbst konnte zeigen, dass solche Stelen tatsächlich Teil der anatolischen Kultur sind." Ihre Arbeit habe bewiesen, dass die Stele zur Türkei gehören würde.

Aus dem Aksyros-Tempel in Manisa gestohlen

Die italienischen Behörden meldeten 1997 den türkischen Behörden den Verdacht, dass die Stele mit Inschrift, die 1997 bei einem Überfall der Artefaktschmuggeleinheit der italienischen Gendarmerie am Arbeitsplatz eines Antiquitätenhändlers beschlagnahmt wurde, den Lydiern, einer anatolischen Zivilisation, gehören könnte.

Die Untersuchungen des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus ergaben, dass die 1800 Jahre alte Inschrift tatsächlich aus dem Tempel des Apollo Aksyros in der antiken Stadt Saittai in Manisa entführt wurde. Das Ministerium leitete anschließend das Rechtsverfahren 1998 über die Botschaft in Rom ein. Doch jahrelang stand die Inschrift im Gewahrsam der italienischen Behörden und die Gerichte lehnten eine Rückgabe an die Türkei ab.

Doch am 5. November 2019, nach einem harten juristischen Kampf, entschied das Berufungsgericht von Florenz, dass die lydische Stele der Türkei gehörte, und der Rückführungsprozess begann offiziell.

Zweite Rückkehr von Italien in die Türkei

Der türkische Botschafter erklärte des Weiteren, dass es auf dem Gebiet der Kultur künftig eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Italien gäben würde. Nach einer Bronzevase im Jahr 1991 sei dies das zweite Artefakt, das Italien der Türkei zurückgeben würde.

(gi)

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