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Türkei: Istanbul verbraucht mehr Wasser – Staudämme leeren sich

8.5.2020 18:28 Uhr

Die Einwohner von Istanbul, der bevölkerungsreichsten Stadt der Türkei, haben nach dem Ausbruch des Coronavirus und der folgenden Ausgangssperren ihren Wasserverbrauch erhöht. Dadurch sinken die Wasserstände in den Staudämmen der Megastadt merklich ab.

Daten der Wasserbehörde der Stadt Istanbul zeigen, dass der Wasserverbrauch in der Stadt seit Anfang März stetig gestiegen ist. Die Behörde stellte fest, dass der Wasserverbrauch nach Beginn der Ausgangssperre seinen Höhepunkt erreichte und forderte die Einwohner auf, beim Wasserverbrauch vorsichtiger zu sein. Die Istanbuler Wasser- und Abwasserverwaltung (ISKI) hat berichtet, dass der Wasserverbrauch in der Megametropole am Bosporus, in der rund 16 Millionen Menschen leben, seit Anfang März um 4,5 Prozent gestiegen ist.

Im gesamten April verbrauchten die Einwohner Istanbuls insgesamt 84 Millionen Kubikmeter Wasser und der Wasserverbrauch erreichte am 23. April mit rund 3 Millionen Kubikmetern einen Höhepunkt. Der Verbrauch des kostbaren Nass in der Stadt nahm insbesondere nach Einführung der Ausgangssperren am Wochenende zu. Da sich die Menschen zu Hause selbst isolierten, verursachte dies auch einen höheren Wasserverbrauch. Gesundheitsbeamte fordern die Menschen mehr denn je auf, die Hygienevorschriften zu beachten, sich die Hände zu waschen. Ebenso sollen Produkte, die sie in Supermärkten kaufen, gesäubert werden, um den Kontakt mit dem Coronavirus zu vermeiden. Anscheinend halten sich die Einwohner Istanbuls an die Ratschläge, die zu einem höheren Wasserverbrauch führen.

Füllstand der Staudämme um Istanbul nur noch bei 68,5 Prozent

Istanbul registriert fast 60 Prozent aller bestätigten Coronavirus-Fälle im Land. Obwohl Beamte von ISKI versichern, dass die Stadt genug Wasser hat, ermahnen sie die Menschen derzeit, es nicht zu verschwenden. Und das aus gutem Grund. Die Staudämme der Stadt führen mit steigendem Verbrauch in diesem Jahr weniger Wasser als 2019. Daten zeigen, dass der Wasserstand in Istanbuls Staudämmen am 4. Mai auf 68,5 Prozent gesunken ist - gegenüber einem Füllstand von 90,7 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rund 32 Prozent der Dämme sind komplett leer. In den letzten 10 Jahren ist der Wasserstand in den Staudämmen der Stadt im gleichen Zeitraum nie unter 80 Prozent gefallen. Mit Ausnahme von 2014, als der Wasserstand aufgrund von Dürre auf 30 Prozent gesunken ist. Vor sechs Jahren waren die Dämme in Istanbul fast trocken, während der Wasserstand 2011 bei 97 Prozent und 2015 bei 95 Prozent lag.

Das Istanbuler Katastrophenschutz-Center (AKOM) verbindet den Rückgang des Wasserspiegels in den Staudämmen der Stadt mit schlechten Niederschlägen in diesem Jahr. Laut AKOM lag der Niederschlag in Istanbul im April im Vergleich zum Vorjahr 22 Prozent geringer. Beamte der AKOM prognostizieren, dass der Niederschlag in der ersten Maihälfte wieder auf ein normales Niveau zurückkehren wird, was den Dämmen helfen wird, mehr Wasser zu sammeln.

(ce)

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