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Türkei: Innenministerium drängt zu Einhaltung der Corona-Regeln am "Tag des Sieges"

23.8.2020 17:47 Uhr

Das türkische Innenministerium hat ein Rundschreiben an die Gouverneursbüros aller 81 Provinzen der Türkei geschickt. Darin wurden Maßnahmenpakete für den bevorstehenden Tag des SiegesZafer Bayrami - am 30. August festgelegt. Erlaubt sind öffentlich organisierte Kranzniederlegungen von offiziellen Seiten. Bürger interpretierten das so, als dürften sie nur die Fenster und Balkone schmücken. Das stieß auf Verärgerung auf den Social Media, berichtet Hürriyet Daily News, da an der Eröffnungsfeier der Hagia Sophia zur Moschee rund 350.000 Menschen teilgenommen haben sollen. Das Innenministerium hat darum richtiggestellt, dass man feiern darf – wenn man sich an die Corona-Regeln hält.

Das Ministerium teilte im Rundschreiben mit, dass die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges (Zafer Bayrami) zum Kranzniederlegen mit Teilnehmern stattfinden werden, die Schutzmasken tragen und die Abstandsregeln beachten. Zu den Teilnehmern gehören laut Rundschreiben jeweils ein Vertreter der politischen Parteien des Parlaments, öffentlicher Institutionen sowie Veteranen- und Märtyrerstiftungen. Die Bürger können türkische Flaggen an den Fenstern und Balkonen ihrer Häuser aufhängen, aber andere feierliche Veranstaltungen als die im Rundschreiben genannten offiziellen sind nicht gestattet.

Feiern sind unter Corona-Regeln möglich

Nach dem Rundschreiben des Ministeriums nutzten viele Bürgerinnen und Bürger in der Türkei die sozialen Medien, um die Entscheidung zu kritisieren. Sie interpretierten das Rundschreiben als "keine Erlaubnis" für Feierlichkeiten am Tag des Sieges. Sie fragten, warum die Öffnung der Hagia Sophia für den muslimischen Gottesdienst trotz der Teilnahme von 350.000 Menschen erlaubt gewesen sei. Engin Özkoc, stellvertretender Vorsitzender der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), sagte in einem Tweet, dass "kein Verbot die Feiern verhindern kann".

Das Innenministerium wies jedoch am 23. August in einer schriftlichen Erklärung Behauptungen über ein Verbot der Feierlichkeiten zurück. In der Erklärung des Ministeriums wurde unterstrichen, dass das am 22. August herausgegebene Rundschreiben Vorsichtsmaßnahmen enthielt, die aufgrund des Coronavirus zu treffen waren und kein Verbot der Ereignisse implizierte. "In diesem Zusammenhang bitten wir die Büros unseres Gouverneurs, seit Beginn des Kampfes gegen die Covid-19-Pandemie, einige Maßnahmen sowie Einschränkungen zu ergreifen. Damit soll verhindert werden, dass sich die Menschenmenge wie zu allen anderen religiösen und nationalen Feiertagen nicht an die Regeln der physischen Distanzierung hält." Die Erklärung fügte hinzu, dass es eine "Verpflichtung" sei, alle Events und Feierlichkeiten im Einklang mit Maßnahmen abzuhalten. Denn man befände sich an einem Zeitpunkt, an dem die Zahl der Coronavirus-Fälle im Land stark angestiegen sei.

(ce)

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