Türkei: Hochzeiten auf Bootstouren in Istanbul trotz Corona-Verbot

21.9.2020 20:10 Uhr

Organisatoren von Bootstouren auf dem Bosporus haben nach Angaben der türkischen Hürriyet Wege gefunden, Hochzeiten auf Booten trotz strenger Coronavirus-Vorschriften zu organisieren, indem sie die Feste als Geschäftstreffen tarnen und Paare auffordern, sich zu verkleiden.

Die Tageszeitung Hürriyet nahm Kontakt mit einigen der Bootstouren-Organisatoren auf und bat sie, eine Hochzeitszeremonie mit 50 Gästen zu organisieren. Während einige von ihnen die Anfrage direkt ablehnten, bot so manch Organisator an, die Veranstaltung wie ein Geschäftstreffen aussehen zu lassen.

Undercover Veranstaltungen

„Wir können Inspektionen vermeiden, indem wir die Hochzeit als Geschäftsreise oder -treffen darstellen. Wenn wir die Küstenwache [bei der Feier] kommen sehen, stoppen wir sofort die Musik“, sagte ein Bootstouren-Veranstalter.

Ein weiterer Tourenanbieter berichtete, sie würden Bräuten und Bräutigamen „goldene Ratschläge“ geben. "Wenn sie kein Brautkleid oder Hochzeitsanzug tragen, werden wir [die Veranstalter] entspannter sein. Wenn die Polizei kommt und feststellt, dass kein Verstoß gegen die Corona-Regeln vorliegt, werden sie ohne Verhängungen von Geldstrafen wieder gehen“, so die Worte des Organisators.

Geldstrafe von 100 Euro pro Person

Im Falle eines Verstoßes muss jede Person auf dem Boot in der Türkei eine Geldstrafe von 900 türkischen Lira (etwa 100 Euro) zahlen.

Ein Veranstaltungsplaner, der anonym bleiben wollte, warnte vor solchen Betrügern im Geschäft, die Hochzeiten auf Booten versprechen würden. „Sie [die Veranstalter] stimmen allen Ihren Forderungen zu. Aber es ist eine Hochzeit, wissen Sie? Die Leute werden tanzen und gegen die Regeln verstoßen, auch wenn sie es nicht wollen. Die Polizei wird sowieso Geldstrafen verhängen“, sagte der besorgte Veranstaltungsplaner.

(gi)

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