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Türkei hat das Nachsehen - Spanien und Griechenland bei verbesserten Urlaubsbuchungen vorne

3.8.2020 14:49 Uhr

Die Reisebranche in Deutschland ist durch das Coronavirus stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), unter Bezugnahme auf Datenmaterial von Travel Data + Analytics (TDA) mitteilte, hat sich das Buchungsverhalten in der Branche leicht verbessert. Waren zuletzt nur ein Viertel der normalen Buchungen zu verzeichnen, liegt der Wert im Juni bei rund einem Drittel. Dabei profitieren Spanien und Griechenland davon, dass der reguläre Reisebetrieb in die Türkei wegen der bestehenden Reisewarnung sowie der Klassifizierung als Risikoland durch das Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht wieder aufgenommen werden konnte.

"Wir sind mitten in der Ferienzeit und sehen endlich anziehende Buchungen“, teilte Norbert Fiebig als Präsident des DRV in einer Pressemitteilung mit. "Auch wenn die Buchungen gerade einmal ein Drittel der Vorjahresumsätze zu diesem Zeitpunkt ausmachen, so zeigt sich doch, dass Verreisen auch im Corona-Sommer ein Thema ist. Corona verhagelt uns ganz gewaltig das Geschäft. Das Niveau der Neubuchungen fängt die Verluste durch das Stornoaufkommen aufgrund der Reisewarnungen zurzeit noch bei weitem nicht auf“, resümierte Fiebig die aktuelle Situation.

Last-Minute-Buchungen im Trend in Corona-Zeiten

Das Buchungsverhalten scheint sich allgemein in der Zeit des Coronavirus und der Bedrohung durch Covid-19 verändert zu haben. So würde aktuell seht kurzfristig – Last Minute – gebucht. Die Reisen für Kurzentschlossene hätten stark angezogen und machten in der vorletzten Woche im Juli rund 60 Prozent aller Buchungsvorgänge aus. Doch nicht bei den Last-Minute-Buchung scheint "Land in Sicht" zu sein. Die Reisefreude steigt ebenso für den Herbst an und selbst für Sommer 2021 wird schon gebucht.

Ernüchternder sieht es jedoch für die Wintersaison aus, so Fiebig: "Der Anteil der Winterbuchungen zu diesem Zeitpunkt ist allerdings im Vergleich zu den Vorjahren weit unterdurchschnittlich – auch wenn es sich lediglich um die Betrachtung einer Buchungswoche handelt. Die Unsicherheit der Kunden ist nach wie vor spürbar."

Griechenland zieht der Türkei bei Buchungen davon

Das Mittelmeer – exklusive Türkei – steht hoch im Kurs. Rund 60 Prozent der Buchungsvorgänge zielt auf diese Region ab. Dabei führen die Balearen sowie die Kanaren im westlichen Mittelmeer. Im östlichen Mittelmeer waren zuerst Griechenland und Türkei auf Augenhöhe – bis die Reisewarnung bestätigt wurde und weiter Bestand hatte. Das brachte nach DRV-Bericht die Buchungen für die Türkei zum Absturz. Das Geschäft hat sich damit klar zu Gunsten von Griechenland positioniert, das rund 60 Prozent an Buchungsanteilen erhält.

Fiebig kommentiert das mit den Worten: "Hier sehen wir eindeutig, wie wichtig es ist, zu differenzierten Reisehinweisen zurückzukehren. Alle Länder außerhalb Europas gleichzusetzen, macht keinen Sinn und wird der unterschiedlichen Situation in den einzelnen Ländern schlicht nicht gerecht. Wir brauchen die individuellen Beurteilungen insbesondere, wenn so beliebte Urlaubsdestinationen wie die Türkei, Tunesien oder auch Ägypten betroffen sind. Dies gilt ebenfalls für die gesamte Fernstrecke, die ebenfalls nach wie vor vom Urlaub ausgeschlossen ist und für den Winter eine große Rolle spielt."

(ce)

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