DHA

Türkei: Harsche Kritik am Verbot der "Grauen Wölfe" durch Frankreich

5.11.2020 12:27 Uhr

Das türkische Außenministerium kritisierte am 4. November den Schritt Frankreichs, die türkisch-nationalistische Gruppe "Graue Wölfe" zu verbieten, meldet Hürriyet Daily News. Das Außenministerium wird mit den Worten zitiert: "Die Türkei wird auf diese Entscheidung auf die härteste Weise reagieren."

Das Ministerium wies laut Hürriyet Daily News und türkischer Nachrichtenagenturen in einer Erklärung darauf hin, dass es keine solche Organisation einer Bewegung namens "Graue Wölfe" geben würde, die am Mittwoch von der französischen Regierung verboten wurde. Ferner sagte man, Frankreichs "imaginäre Entscheidung", als würde eine solche Bewegung und Formation überhaupt existieren, sei die "endgültige Manifestation der widersprüchlichen Psychologie des Landes." Es sei nicht hinnehmbar, "kulturelle Symbole" zu verbieten, die in vielen Ländern der Welt verwendet würden, die äußerst verbreitet sind und keine illegalen Dimensionen hätten.

Die Versammlungs-, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit der türkischen Gemeinschaft in Frankreich solle im Rahmen der universellen Menschenrechte und Vorschriften geschützt werden, betonte das Ministerium. Die Entscheidung, so das Ministerium weiter, zeige, dass "die französische Regierung Gefangener der armenischen Kreise geworden sei". Zudem, so das türkische Außenministerium, würde Frankreich "die zunehmende Anstiftung der fanatischen armenischen Diaspora innerhalb seiner Grenzen sowie Drohungen und Angriffe gegen das türkische Volk und diplomatische Missionen in den letzten Monaten ignorieren".

Türkisches Außenministerium: "Provokative und scheinheilige Entscheidung der französischen Regierung"

Nach Angaben des Ministeriums erinnerte "die provokative und scheinheilige Entscheidung der französischen Regierung an die schlechte Bilanz des Landes bei der Bekämpfung von Gruppen terroristischer Organisationen". Dazu würden laut türkischem Außenministerium insbesondere die ASALA-Gruppe, die türkische Diplomaten getötet habe, sowie die PKK und die von der Türkei als Terrororganisation deklarierte "FETÖ" gehören, "welche von Frankreich geschützt und unterstützt" würden.

Das Ministerium beschuldigte die französische Regierung außerdem, mit der PKK und der FETÖ verbundene Vereinigungen, die seit Jahren offen im ganzen Land tätig wären, zu tolerieren. Diese könnten, so die Vorwürfe des Außenministeriums, "ungestraft Gewalt gegen die türkische Gemeinschaft und türkische Interessen unter dem Schutz der Demonstrations- und Meinungsfreiheit begehen". Leider würden diejenigen, die argumentieren, dass ihre eigene Meinungsfreiheit in keiner Weise eingeschränkt werden könne, die Meinungsfreiheit anderer leicht einschränken, fügte das Außenministerium und nannte "die jüngste Entscheidung Frankreichs das beste Beispiel für Doppelmoral".

(ce)

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