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Türkei: Gutachten weist Pilotenfehler als Grund für Bruchlandung von Pegasus aus

26.12.2020 12:02 Uhr

In einem am Freitag bei der Generalstaatsanwaltschaft von Ankara eingereichten Gutachten wurden primär die Piloten für die Bruchlandung von Pegasus Airlines am Flughafen Sabiha Gökcen in Istanbul verantwortlich gemacht. Die Maschine war am 5. Februar 2020 bei starkem Wind und Regen über die Landebahn geschossen und in drei Teile zerbrochen. Es gab drei Tote zu beklagen und alle anderen Menschen an Bord – 177 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder – wurden mehr oder weniger schwer verletzt.

Der Bericht wurde von einer Gruppe von sechs Experten aus verschiedenen Bereichen der Luftfahrt im Rahmen der Untersuchung des Absturzes erstellt. Das Gutachten listet mehrere Ursachen auf, die zu dem Vorfall beitrugen, bei dem drei Menschen getötet wurden. Die Hauptschuld läge laut Gutachten jedoch bei den Piloten, die damit unfallursächlich wären. Die Boeing 737 landete am 5. Februar bei starkem Wind und starkem Regen auf dem Flughafen Sabiha Gökcen, als sie über die Landebahn schoss, etwa 60 Meter rutschte, bevor sie in einen Graben fiel und in drei Teile zerbrach. Das Flugzeug hatte 177 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord.

Das Gutachten analysierte die Black Boxes des Flugzeugs, Zeugenaussagen und Wetterdaten an diesem Tag und sagte, dass der Kapitän des Fluges, beim endgültigen Landeanflug mehrere Fehler gemacht habe. Die Fehler seien dem Stress des Piloten zugeschrieben, der durch einen Blitzeinschlag der Maschine während des vorherigen Fluges stattfand. Dem Bericht zufolge lag der Pilot während des Landeanflugs über dem sicheren Geschwindigkeitsniveau und deaktivierte nach dem Aufsetzen die Geschwindigkeitsbrems- und Autobremssysteme des Flugzeugs, bevor das Flugzeug die Schwellengeschwindigkeit von 57 Knoten erreichte.

Mitschuld trifft auch den Co-Piloten, den Flughafenbetreiber und den Tower

"Das Flugzeug bewegte sich sechs Sekunden lang auf der Landebahn, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren und die Piloten betätigten maximale manuelle Bremsen", heißt es in dem Bericht. Die nasse Oberfläche habe einen Traktionsverlust durch Aquaplaning verursacht. Das Flugzeug geriet ins Rutschen und der starke Rückenwind trug als Schubfaktor zum Endresultat bei." Der Bericht sagte ferner, der Pilot habe die Fehler gemacht, weil er das Flugzeug aufgrund des stressbeladenen Fluges mit einem Blitzeinschlag so schnell wie möglich landen wollte. Eine Mitschuld wurde auch dem Co-Piloten zugewiesen, der den Kapitän nicht auf die Fehler während des Landeanflugs aufmerksam gemacht habe.

Der Bericht fand auch mehrere Fehler am Flughafen. Es hieß, die Landebahn 06, auf der das Pegasus-Verkehrsflugzeug gelandet sei, habe keinen Sicherheitsbereich für das Ende der Landebahn (RESA) und das Fehlen dieses Bereichs habe zur Schwere des Unfalls beigetragen. In dem Bericht wurde die Betreibergesellschaft des Flughafens ebenfalls als vorrangig fahrlässig bezeichnet. Der Bereich am Ende der Landebahn wurde gemäß den Vorschriften gebaut und trug zu erheblichen Verzögerungen bei, bis die Rettungsdienste den Rumpf erreichten - ein Vorgang, der 24 Minuten dauerte. In dem Bericht wurde auch festgestellt, dass Fluglotsen vom Tower am Sabiha Gökcen Airport eine Mitschuld trügen, da sie den Piloten nicht geraten hätten, ein Durchstarten durchzuführen. Bei diesem Verfahren brechen die Piloten den aktuellen Landeanflug ab und fliegen den Airport erneut an.

(ce)

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