Hürriyet

Türkei, Griechenland und Co: ​Plastik im Verdauungssystem von 60 Prozent der Caretta Carettas

23.10.2020 16:56 Uhr

Im Rahmen eines Projektes mehrerer Länder wurde Plastikmaterial in 60 Prozent der Verdauungssysteme von Caretta-Carettas entdeckt.

Berichten zufolge würden im Mittelmeer-Raum jährlich etwa 40.000 Caretta-Carettas sterben. Im ersten Teil eines Projekts diesbezüglich seien Ergebnisse erzielt worden, die auf die plastische Verschmutzung im Mittelmeer hinweisen würden, welche zum größten Teil die hohe Sterbensrate der Tiere ausmachen würde.

Große Bedrohung für die Tiere

Das Forschungs-, Rettungs- und Rehabilitationszentrum für Meeresschildkröten (DEKAMER) führt das EU-finanzierte Projekt INDICIT mit Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Tunesien, Griechenland und Zypern durch.

Der Leiter von DEKAMER, Professor Yakup Kaska, erklärte, dass jährlich etwa 60 verletzte oder tote Meeresschildkröten bei DEKAMER in der Türkei behandelt werden würden und berichtete: "Im Rahmen unseres EU-Projekts werden Fremdstoffe im Verdauungssystem der Caretta-Carettas einzeln untersucht. Bisher wurden insgesamt 1.100 Caretta-Carettas unter die Lupe genommen."

Angelschnur aus dem Verdauungssystem einer Schildkröte (Bild: DHA)

Kaska wies darauf hin, dass zuvor bei einer Rettungsaktion der DEKAMER eine Meeresschildkröte zwar aus Netzen und Nadeln gerettet werden konnte, sie allerdings aufgrund des Plastiks im Verdauungssystem dennoch nicht überlebte. Plastik im Meer sei "eine große Bedrohung für die Tiere."

Die Länder im Vergleich

Caretta-Caretta auf der Suche nach Nahrung (Bild: DHA)

Im Vergleich der Länder berichtete Kaska: "Schildkröten in der Türkei haben weniger Plastik im Magen oder in den Verdauungssystemen als in anderen Ländern. Die Quote in Griechenland und Tunesien liegt mit 60 bis 65 Prozent etwas über unserer. In anderen Ländern sind es sogar fast 70 Prozent, da dort die Verschmutzungsrate höher ist.“

(gi)

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