Hürriyet

Türkei gestaltet den Arbeitsmarkt flexibler

18.10.2020 22:20 Uhr

Befristete Verträge, die mit dem neuen Arbeitsgesetzt in Kraft treten, werden auf zwei Jahre begrenzt, sagte die Ministerin für Arbeit, Familie und Soziales, Zehra Zümrüt Selcuk.

"Wir werden weiterhin Schritte unternehmen, um eine nachhaltige Beschäftigung zu gewährleisten. Das wollen wir mit den neuen Beschäftigungspaket erreichen", sagte sie am 15. Oktober gegenüber Reportern. Sie sagte auch, dass die Flexibilitätsrate im türkischen Beschäftigungssystem im europäischen Vergleich sehr niedrig sein solle.

Arbeitsmarkt muss flexibler werden

"Wir streben eine Lockerung der Bedingungen für Personen unter 25 und über 50 Jahren an, damit diese flexibler am Arbeitsleben teilnehmen können", sagte sie. "In diesem Rahmen können auch befristete Verträge von bis zu zwei Jahren geschlossen werden. Nach zwei Jahren ist dies jedoch nicht mehr möglich." Mit einem flexibleren Beschäftigungssystem will die Türkei gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die durch die Corona-Krise nochmals verstärkt wurde, vorgehen.

"Mit schnellerer Unterstützung bei der Rückkehr zur Arbeit wird der Staat die Rentenprämien decken, die drei Monate nach Beginn der Arbeitslosigkeit wieder beschäftigt sind", sagte sie. Laut dem türkischen Amt für Statistik (TÜIK) soll die Arbeitslosenquote in der Türkei bei 13,4 Prozent gelegen haben - mit einem Rückgang um 0,5 Prozentpunkte im Juli, während die Pandemie noch im Gange war.

Arbeitslosenzahlen rückläufig

Die Zahl der Arbeitslosen ab dem 15. Lebensjahr soll im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 369.000 auf 4,22 Millionen zurückgegangen sein. Die Jugendarbeitslosigkeit unter den 15 bis 24-Jährigen betrug nach offiziellen Zahlen 25,9 Prozent. Die Erwerbsquote des Landes betrug laut der Datensätze im Juli 50,3 Prozent – 69,2 Prozent für Männer und 31,7 Prozent für Frauen.

Durch das Ende September angekündigte Wirtschaftsprogramm plant die Türkei für 2020 eine Arbeitslosenquote von 13,8 Prozent und für 2021 eine Quote von 12,9 Prozent. Die Zahl der Bezieher von Kurzarbeitergeld ging basierend auf den veröffentlichten Zahlen nach einem Höchststand im September von 3,2 Millionen auf eine Million zurück. Im Rahmen des Kurzarbeitergeldes zahlt die Arbeitslosenversicherung 60 Prozent der Gehälter. Das System wurde nun bis Ende Oktober verlängert.

(an)

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