DHA

Türkei geht gegen Covid-19-Regelbrecher vor

9.4.2020 14:24 Uhr

Gesellschaften basieren auf Regeln. Gerade der Ausbruch von Covid-19 hat es unumgänglich gemacht, sich an die "Spielregeln" zu halten, um damit Alte, Kranke und Schwache vor Infektionen zu schützen. Eine große Anzahl von Menschen in der Türkei wurde nun wegen der Verstöße gegen die von der Regierung eingeführten Regeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Geldstrafe belegt.

Der Gesundheitsminister der Türkei, Fahrettin Koca, sagte, das Coronavirus sei in jeder Provinz der Türkei verbreitet - wobei Istanbul, Izmir und Ankara, die drei größten Städte des Landes, die meisten Fälle gemeldet hätten. Um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, schlossen die Behörden Schulen, verboten Sport- und gesellschaftliche Veranstaltungen, verhängten eine teilweise Ausgangssperre für bestimmte Altersgruppen, machten das Tragen von Gesichtsmasken obligatorisch und schlossen nicht Einrichtungen, die keine "Systemrelevanz" haben.

Kein "Halay" während der Pandemie

Die Menschen in der Türkei werden, wie derzeit nahezu überall auf der Welt, auch ständig dazu angehalten, die Regeln zu beachten, zu Hause zu bleiben und sich an die Vorgabe der sozialen Distanzierung zu halten. Trotz aller Warnungen umgehen die Menschen in der Türkei – wie überall auf der Welt - diese Virusbestimmungen regelmäßig. In Istanbul wurden beispielsweise innerhalb von elf Tagen rund 2500 Menschen mit einer Geldstrafe von 1,8 Millionen türkischen Lira (rund 243.000 Euro) belegt, weil sie an öffentlichen Orten und im öffentlichen Verkehr gegen soziale Distanzierungsregeln verstoßen, die Ausgangssperre gebrochen und ihre Geschäfte ohne Erlaubnis eröffnet hatten.

In Antalya wurden nach einem Kampf fünf Personen mit einer Geldstrafe von jeweils 3150 TL (425 Euro) bestraft, weil sie sich geprügelt hatten. Nicht dafür, dass sie sich prügelten, sondern wegen des Verstoßes gegen die Regeln der sozialen Distanzierung. Auch in der östlichen Provinz Agri wurden sechs Personen, die meinten, sich in Zeiten des Coronavirus einen Kampf liefern zu müssen, mit empfindlichen Geldstrafen belegt. In der Hauptstadt Ankara wurden acht Menschen mit einer Geldstrafe von insgesamt 6000 TL (rund 810 Euro) bestraft, weil sie die Regeln der sozialen Distanzierung durch Tanzen des Volkstanzes "Halay" verletzten.

(ce)

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