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Türkei gedenkt dem Sivas-Anschlag von vor 27 Jahren

3.7.2020 17:41 Uhr, von Andreas Neubrand

Am 2. Juli wurde in der Türkei dem Sivas-Massaker gedacht. Bei dem Brandanschlag auf eine Veranstaltung im Madimak Hotel in der Provinz Sivas vor 27 Jahren starben 33 Intellektuelle - darunter der bekannte Schriftsteller Aziz Nesin - und zwei Hotelmitarbeiter. Das Attentat richtete sich vornehmlich gegen Aleviten.

Aufgrund der Maßnahmen gegen das neue Coronavirus war die Zahl der Teilnehmer bei der Gedenkfeier in diesem Jahr limitiert. Unter Leitung des Gouverneurs wurden in dem Bereich des ehemaligen Hotels Gedenkbänder niedergelegt.

"Dieser Schmerz gehört dem ganzen Land"

Der Gouverneur von Sivas, Silah Ayhan, Bürgermeister Hilmi Bilgin, der Präsident der Cumhurriyet-Universität Alim Yildiz und Polizeichef Kenan Aydogan nahmen zusammen mit mehreren Vertretern von Nichtregierungsorganisationen an der Zeremonie teil.

"Dieser Schmerz gehört dem ganzen Land. 27 Jahre hat er uns vereint und unsere Solidarität gestärkt", so der Gouverneur bei seinem Besuch im Madimak Hotel.

"Museum der Menschlichkeit"

"Wir verwenden oft die Wörter Sivas und Massaker zusammen. Nun möchte ich sagen, dass dies bei vielen Bewohnern Unbehagen hervorruft. Viele Bürger fühlen sich dadurch in Sippenhaft genommen", so Bürgermeister Ayhan.

In der Zwischenzeit schlug der Leiter der Cem-Stiftung, Erdogan Döner, vor, das Hotel in ein "Museum der Menschlichkeit" umzuwandeln und fuhr fort: "Es sind dunkle Flecken in der Geschichte unseres Landes und der Menschheit. Wir wissen, dass die Massaker in Madimak, Basbalgar, Corum und Maras von denselben Menschen durchgeführt wurden."

Politiker gedenken auf Twitter

Auf Twitter gedachten Politiker aller Parteien der Opfer des Anschlags. Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei Kemal Kilicdaroglu schrieb: "Heute vor 27 Jahren haben wir tief in unserem Herzen gespürt, wozu uns die Polarisierung der Öffentlichkeit führen kann."

Auch die Vorsitzende der IYI Partei, Meral Aksender, kondolierte auf Twitter und nannte den Anschlag "den Tag, an dem der Geist zum Schweigen gebracht wurde."

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