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Türkei: Gasfund auf 67 Milliarden Euro taxiert

25.8.2020 17:40 Uhr, von Andreas Neubrand

Der Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, erklärte am 24. August, dass die türkische Offshore-Erdgasentdeckung von 320 Millionen Kubikmeter (bcm) im Schwarzen Meer einen Wert von 67,62 Milliarden Eurohaben könnte.

Am 21. August kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die größte Gasentdeckung in der Geschichte des Landes an. Das Gasfeld soll sich in 2100 Metern unter dem Meeresboden in dem schon bekannten Sakarya-Gasfeld befinden, das 170 Kilometer vor der Schwarzmeerküste liegt.

Abhängigkeit vom Ausland verringern

Laut Birol gilt die Entdeckung international als "Riesenfund" und entspricht allen Funden Norwegens in der Nordsee seit 2010.

Er betont auch die Bedeutung des Feldes für die Türkei, das zu 99 Prozent von Gasimporten abhängig ist. Das Feld könnte dabei helfen, die Abhängigkeit der Türkei vom Ausland zu verringern.

Förderung soll 2023 beginnen

Ankara schätzt die Kosten der Ausbeutung auf über 5 Milliarden Euro. Der Beginn der Förderung soll 2023 erfolgen, was für Fatih Birol ein realistisches Ziel darstellen soll.

Die Türkei importierte 2019 rund 45 Milliarden cbm Erdgas. "Dies wird der Türkei helfen, ihre Importrechnung zu senken, aber ihr Handelsdefizit wird es dabei nicht vollständig lösen", warnt Birol.

Türkei braucht Erfahrungen in Offshore-Technologien

Die Türkei werde dabei auf die türkische Maschinenbauunternehmen zurückgreifen, die in der Pandemie 2020 unter dem Rückgang von Investitionen um teilweise 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gelitten haben. Dadurch soll es in dem Segment erhebliche Entlassungen gegeben haben.

Er riet der Türkei auch mehr Erfahrungen in der Offshore-Technologie zu sammeln. Als Vorbild sollen der Türkei Dänemark und Norwegen dienen.

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