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Türkei: Frau droht Ungemach wegen rassistischem, sexistischem Video

17.9.2020 17:54 Uhr

Das Video einer Frau, die tanzt, während sie rassistische und sexistische Kommentare abgibt, hat zu einem öffentlichen Aufschrei und Wut in den sozialen Medien geführt, nachdem es viral ging, meldet Hürriyet Daily News. In dem Video lobt die Frau den zwischenzeitlich entlassenen Offizier Musa Orhan, der beschuldigt wird, eine 18-jährige Frau in einer östlichen Provinz in der Türkei vergewaltigt zu haben. Die junge Frau nahm sich danach das Leben und belegte, dass Orhan der Mann war, der sie vergewaltigte. Zudem machte sich die Userin über einen kürzlich erfolgten Angriff auf kurdische Saisonarbeiter in der nordwestlichen Provinz Sakarya lustig sowie über einen weiteren tödlichen Angriff auf kurdische Bauarbeiter in der westlichen Provinz Afyonkarahisar.

Sie tanzt in besagtem Video mit türkischen Flaggen im Hintergrund und deutet mit den Händen auf das Schild "Grauer Wolf“. Das Zeichen "Grauer Wolf" wird nicht selten auch von rechtsextremen und ultranationalistischen Kreisen in der Türkei gezeigt.

Verfahren gegen Orhan geht trotz Haftverschonung weiter

Die Frau zog schnell eine Lawine von Reaktionen und Wut in den Social Media auf sich und viele Benutzer twitterten mit dem Hashtag "#IrkçıKadınTutuklansın" (Die rassistische Frau soll verhaftet werden). In Afyonkarahisar wurden kurdische Bauarbeiter mit scharfen Waffen beschossen, nachdem eine Gruppe sie beschuldigt hatte, am 16. September in ihrer Nachbarschaft Staub verursacht zu haben. Ein Arbeiter starb und zwei wurden verwundet.

In Sakarya griff der Besitzer eines Ladens Saisonarbeiter in seinem Dienst an und schlug am 5. September auf sie ein. Das Filmmaterial des rassistischen Angriffs hatte die Nutzer sozialer Medien in Aufruhr versetzt. Orhan, der beschuldigt wird, eine junge Frau vergewaltigt zu haben, wurde aus der Armee, aber ebenso aus der U-Haft entlassen. Sein Prozess geht hingegen weiter.

(ce)

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