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Türkei fordert Solidarität mit Baku von internationaler Gemeinschaft

6.10.2020 14:20 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die internationale Gemeinschaft zu Solidarität mit Aserbaidschan im Konflikt um die Region Berg-Karabach aufgerufen. «Armenien und Aserbaidschan auf gleicher Höhe zu halten oder diesen zwei Ländern auf gleiche Weise zu begegnen bedeutet, die Besatzer zu belohnen», sagte Cavusoglu am Dienstag bei einem Treffen mit dem aserbaidschanischen Außenminister Jeyhun Bayramov in Baku.

Die Türkei steht auf der Seite Aserbaidschans. Armenien sieht dagegen Russland als Schutzmacht. Der seit Jahrzehnten dauernde Konflikt zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken war vor gut einer Woche eskaliert. Seither kommt es zu den schwersten Gefechten seit Jahren. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Bayramov unterstellte Armenien eine «terroristische Mentalität», weil das Land zivile Ziele angreife. Armenien wirft Aserbaidschan im Gegenzug etwa vor, Wohngebiete in der Hauptstadt Stepanakert beschossen zu haben. Auf aserbaidschanischer Seite seien bisher 27 Zivilisten getötet und 143 schwer verletzt worden, sagte Bayramov.

Am Dienstag dauerten die Gefechte an, allerdings zunächst weniger intensiv als in den Tagen zuvor. Die Behörden in der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach sprachen von 21 weiteren getöteten Soldaten. Damit sei die Zahl der Opfer in den Reihen der Armee auf 240 gestiegen. Die aserbaidschanische Seite hatte bislang keine Angaben zu getöteten Soldaten in den eigenen Reihen gemacht.

OSZE verurteilt Konflikt in Berg-Karabach

Die Außenminister der USA, Russlands und der französische Minister für europäische Angelegenheiten haben als Co-Vorsitzende der Minsk-Gruppe der OSZE in einer gemeinsamen Erklärung die Eskalation in- und außerhalb von Berg-Karabach scharf verurteilt.

Mike Pompeo, Sergej Lawrow und Yves Le Drian betonen, dass die jüngsten Angriffe auf zivile Zentren - sowohl entlang der Frontlinie als auch auf die Gebiete von Aserbaidschans und Armeniens außerhalb der Konfliktzone - sowie die unverhältnismäßige Gewalt eine Bedrohung für die Stabilität der Region darstellen.

Mandat muss vollständig umgesetzt werden

Unter Berufung auf das Minsk-Abkommen der OSZE vom 1. Oktober fordern die Minister die Konfliktparteien erneut auf, einen bedingungslosen Waffenstillstand zu akzeptieren. Die Länder mit dem gemeinsamen Vorsitz sind bereit, ihr Mandat vollständig umzusetzen. Dabei bestehen sie auf einen Abwicklungsprozess auf Grundlage einschlägiger internationaler Dokumente und eine Wiederaufnahme der Gespräche.

(an/dpa/)

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