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Türkei: Export von Atemmasken wegen Coronavirus genehmigungspflichtig

4.3.2020 11:44 Uhr

Die Türkei ist weiterhin eines der Länder, in denen es nach offiziellen Angaben noch keinen bestätigten Fall einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus geben soll – doch auch dort hat die Angst vor einer Ansteckung Auswirkungen. So sind die Preise für Atemmasken und andere medizinische Schutzausrüstung mancherorts explodiert. Dagegen geht die türkische Regierung nun an – und erklärt den Export von Atemmasken per sofort für genehmigungspflichtig.

Handelsministerin Ruhsar Pekcan erklärte am Mittwoch, dass man nach zahlreichen Beschwerden die Verkaufstaktiken einiger Unternehmen unter die Lupe genommen habe. 13 Firmen seien unter der Prämisse des Wuchers untersucht worden und hätten sich verteidigen dürfen. Gegen neun der 13 Unternehmen wurden Geldstrafen in Höhe von jeweils 104.781 Lira (ca. 15.300 Euro) verhängt. Sollten die bestraften Unternehmen nochmals auffallen, könne sich die Geldstrafe verzehnfachen.

Genehmigungspflichtige Exporte

Zwar seien in der Türkei noch keine Fälle des Coronavirus bekannt, aber es könne jederzeit soweit sein, so Handelsministerin Pekcan. Um Engpässe bei der Versorgung mit Schutzmaterialien wie Atemschutzmasken, Handschuhen und Co. zu verhindern, habe man sich deshalb dazu entschlossen, dass Exporte solcher Waren per sofort vom Gesundheitsministerium zu genehmigen sind.

Zu einer ähnlichen Maßnahme hatten sich am Dienstag schon Frankreich und am Mittwoch ebenso Deutschland entschlossen. In Frankreich verkündete Präsident Emmanuel Macron, dass man alle Atemschutzmasken beschlagnahmen werde. In Deutschland untersagte ein Beschluss vom Innenministerium und der Gesundheitsbehörde jegliche Exporte der Schutzmasken.

Maskenverkäufe steigen

Wie die Handelsministerin weiterhin ausführte, seien die Verkaufszahlen von Atemmasken im Januar um 45 Prozent und im Februar um 70 Prozent gestiegen. Während die Maskenhersteller in der Türkei normalerweise einen Überschuss produzieren, der ins Ausland exportiert werde, wolle man jetzt zunächst den Bedarf im eigenen Land abdecken. Handelsministerin Ruhsan Pekcan erklärte abschließend, dass in der Türkei jährlich 1,3 Milliarden Atemschutzmasken produziert würden.

(Berna Ehrhardt)

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