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Export der Türkei bricht im März um 17 Prozent ein

3.4.2020 15:40 Uhr

Das Exportvolumen der Türkei wurde im März 2020 durch das Coronavirus nachhaltig gedrosselt und sank um 17 Prozent, nachdem es in den ersten zwei Monaten des Jahres um vier Prozent gestiegen war, teilte das türkische Handelsministerium in einer Erklärung mit. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sank der Export durch das schlechte Märzergebnis im Jahresvergleich zusammengefasst um 3,9 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro.

Zeitgleich stiegen die Importe der Türkei im Jahresvergleich zu 2019 um 10,3 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro an, was einem Außenhandelsdefizit von 12,1 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum entspricht. Die Daten zeigten auch, dass der Deckungsgrad von Exporten zu Importen im ersten Quartal 2020 bei 76,9 Prozent lag – nach zuletzt 88,2 Prozent im gleichen Quartal 2019. Hier hat sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis um 11,3 Prozentpunkte nach unten bewegt.

Im März gingen die türkischen Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zurück. Die Quarantänebeschränkungen an den Grenzen, insbesondere mit den Nachbarländern Irak und Iran, sowie der Markt- und Nachfragerückgang in den EU-Staaten werden in der Erklärung des Handelsministeriums als Hauptursachen für den Rückgang der Exporte im März genannt. Die Importe der Türkei beliefen sich im vergangenen Monat auf 17,4 Milliarden Euro und stiegen damit im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Die Türkei verzeichnete im März ein Außenhandelsdefizit von 5,1 Milliarden Euro gegenüber 1,75 Milliarden vom Vorjahr.

Deutschland primärer Exportmarkt der Türkei

Der Leiter der türkischen Exporteursvereinigung, Ismail Gülle, berichtet, dass die Exporte in 83 Länder im vergangenen Monat "trotz der negativen Aussichten für den Welthandel" gestiegen seien. Die primären Exportmärkte für türkische Produkte seien Deutschland mit 1,2 Milliarden Euro, die USA mit 815 Millionen Euro und Großbritannien mit 742,5 Millionen Euro. Die Exporte in die EU, dem wichtigsten Handelspartner der Türkei, beliefen sich im März auf 5,7 Milliarden Euro und machten einen Anteil von 46,2 Prozent an den Gesamtexporten des Landes aus, fügte er hinzu.

Gülle betonte, dass die Automobilindustrie ihren Platz als führender Exportsektor der Türkei mit Exporten im Wert von 2,4 Milliarden Euro im vergangenen Monat beibehalten habe, gefolgt von chemischen Produkten mit 1,5 Milliarden Euro und vorgefertigten Kleidungsstücken und Bekleidung mit 1,1 Milliarden Euro. Die Haselnussexporte zeigten mit einem jährlichen Anstieg von 53,3 Prozent die stärkste Wachstums-Performance, sagte Gülle.

Zuletzt aktualisiert : 4/3/2020 16:30

(ce)

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