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Türkei erwartet starken Rückgang bei Gasimporten

23.8.2020 15:15 Uhr

Die Türkei erwartet, dass die Energieimporte des Landes durch den Fund von Erdgas im Schwarzen Meer deutlich rückläufig sein werden – sobald man das Gas fördern kann. Energieminister Fatih Dönmez sprach am 22. August 2020 auch davon, dass weitere Funde erwartet werden. Die Auswertungen der Funde würden nun anlaufen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte am 21. August 2020 Vorabmeldungen von Reuters und Bloomberg, dass die Türkei eine 320 Milliarden Kubikmeter großes Gasfeld im Schwarzen Meer entdeckt habe. Ziel soll es sein, bereits 2023 mit der Förderung zu beginnen. Wunsch sei es, dass das Land zu einem Netto-Energieexporteur zu werden. Wenn das Gas kommerziell gefördert werden kann, könnte dies die Abhängigkeit der Türkei von Russland, dem Iran und Aserbaidschan bei Energieimporten verändern. 2019 fielen durch Gasimporte Kosten von rund 34,76 Milliarden Euro an.

Weitere Funde von Energieressourcen erwartet

Eine Verringerung der Energieimporte der Türkei würde auch die Staatsfinanzen ankurbeln und dazu beitragen, ein chronisches Leistungsbilanzdefizit abzubauen. Dem Defizit werden die Tiefststände der türkischen Lira gegenüber dem Dollar zugerechnet. "Mit der Entdeckung erwarten wir einen signifikanten Rückgang der Importe. Wir haben die Grundlage dafür geschaffen, dass unsere Bürger Erdgas zu wesentlich besseren wirtschaftlichen Konditionen nutzen können", sagte Dönmez gegenüber Reportern.

"Vor uns liegt eine neue Fläche von 6.000 Quadratkilometern. Nach Einschätzung unserer Experten können wir dort auch ähnliche Strukturen sehen", sagte er in Istanbul. "Wir können bereits sagen, dass das Gas, das wir selbst fördern, wirtschaftlicher sein wird als das Gas, das wir importieren. Es ist unvermeidlich, dass die Preise fallen werden, wenn das Produkt reichlich vorhanden ist." Die Türkei hat auch im Mittelmeerraum nach Energieressourcen gesucht, wo ihre Untersuchungen in umstrittenen Gewässern Proteste aus Griechenland und Zypern hervorgerufen haben.

(ce)

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