epa/Erdem Sahin

Türkei erwägt Grenzöffnung für Flüchtlinge aus Idlib

5.3.2020 17:05 Uhr

Die Türkei erwägt angesichts der Eskalation in Syrien eine Öffnung ihrer Grenze für Flüchtlinge aus der Krisenregion Idlib. Die Flüchtlinge könnten dann auch weiter in die EU gelangen, sagte Innenminister Süleyman Soylu am Donnerstag.

"3,5 Millionen Menschen in Idlib und an den türkischen Grenzen sind derzeit in Not. Das unmenschliche Verhalten des Regimes dort bedeutet folgendes: auch die Türen dort werden sich öffnen und letztendlich werden sich alle auf den Weg nach Europa machen." Er fügte hinzu: "Das ist keine Drohung oder Erpressung." Soylu äußerte sich bei einem Besuch an der türkisch-griechischen Grenze vor Journalisten.

Tausende Migranten auf dem Weg in die EU

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Grenzen in die EU seien geöffnet. Daraufhin hatten sich Tausende von Migranten auf den Weg an die griechische Grenze gemacht, von denen noch immer viele im türkischen Grenzgebiet ausharren.

In Idlib, der letzten großen Rebellenhochburg Syriens, sind die Truppen von Präsident Baschar al-Assad mit russischer Unterstützung auf dem Vormarsch - ungeachtet eines türkischen Militäreinsatzes auf syrischem Gebiet. Gleichzeitig verschlimmerte sich die humanitäre Lage in Nordsyrien dramatisch. Fast 950 000 der drei Millionen Einwohner der Region sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

(an/dpa)

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