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Türkei: Erdogan und Macron sprechen über das östliche Mittelmeer

23.9.2020 9:21 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron haben am Dienstagabend ein knapp einstündiges Telefonat geführt, in welchem sie die Situation im östlichen Mittelmeer, die bilateralen Beziehungen Frankreichs und der Türkei sowie die Beziehungen zwischen Ankara und der EU diskutierten.

In einer Erklärung vermeldete das türkische Kommunikationsdirektorat, dass Präsident Erdogan erneut betonte, dass die Türkei den Dialog und die Zusammenarbeit zur Lösung von Problemen befürworte, aber auch, dass das Ignorieren der legitimen Rechte der Türkei und der türkischen Zyprioten im östlichen Mittelmeerraum der Grund für die Spannungen in der Region sei.

Ankara will alle Probleme "diskutieren und lösen"

Der türkische Präsident wies auch darauf hin, dass diplomatische Möglichkeiten genutzt und nachhaltige Verhandlungsprozesse umgesetzt werden sollten, um die Spannungen abzubauen. Ankara "will alle Probleme auf dem Tisch diskutieren und lösen", sagte er.

Erdogan erwarte laut Aussage eine "konstruktive" Haltung von Paris und befürworte die Konsultation und Kommunikation zwischen der Türkei und Frankreich im Interesse eines regelmäßigen Mechanismus.

"Konstruktiver Dialog" auf EU-Gipfeltreffen

Er fügte hinzu, dass es wichtig sei, auf dem EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs nächste Woche einen "konstruktiven Dialog und eine konstruktive Zusammenarbeit" zu sehen, um mögliche Lösungen für regionale Probleme zu finden.

Das ursprünglich für diese Woche festgelegte Treffen wurde aufgrund einer Coronavirus-Infektion im direkten Umfeld des EU-Ratspräsidenten Charles Michel auf den 1. und 2. Oktober verschoben.

Frankreich legt Wert auf "solide Beziehung" zwischen der EU und der Türkei

Laut einer Erklärung des Elysee-Palastes sagte Macron, sein Land sei immer bereit für den Dialog und lege Wert auf eine solide Beziehung zwischen der EU und der Türkei.

In der Erklärung wurde auch unterstrichen, dass Macron die bald beginnenden Sondierungsgespräche zwischen der Türkei und Griechenland begrüßte. Der französische Präsident unterstrich, dass er wolle, dass die Gespräche in gutem Glauben und mit dem Ziel, den Druck in der Region zu verringern, geführt würden. Der französische Staatschef forderte außerdem einen ähnlichen Dialog zwischen der Türkei und der griechisch-zyprischen Regierung.

"Wir respektieren die Türkei"

Die beiden Staats- und Regierungschefs beschlossen, den Dialog über diese Fragen auf Präsidentschafts- und Ministerebene fortzusetzen. Europa sei bereit für den Dialog mit der Türkei über das östliche Mittelmeer, sagte Macron ebenfalls.

„Wir respektieren die Türkei. Wir sind bereit für den Dialog. Wir erwarten jedoch, dass die Türkei die europäische Souveränität und das Völkerrecht respektiert und Klarheit über ihre Maßnahmen in Libyen und Syrien schafft “, sagte Macron auf der 75. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 22. September.

(be)

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