DHA

Türkei: Drei Inhaftierte nach Fake-Video gegen Istanbuls Bürgermeister Imamoglu

26.4.2020 21:55 Uhr

Die Polizei in Mersin in der Türkei hat drei Personen vorläufig festgenommen, denen vorgeworfen wird, ein Fake-Video aufgenommen zu haben, in welchem der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, diskreditiert werden sollte. Es ist bereits der zweite ähnlich gelagerte Vorfall von Trollen, der während der Krise durch das Coronavirus stattfand und Bürgermeister Imamoglu zur Zielscheibe erklärte. In den Häusern der drei Männer - Mahmut Dölek, Ömer Tuncel und Emrah Toraman – wurden Durchsuchungen durchgeführt und ihre Telefone für weitere Untersuchungen beschlagnahmt.

Drei Personen wurden wegen eines gefälschten Interviews, das sich gegen den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu richtete, in der Provinz Mersin am späten 25. April festgenommen. Die Stadt Istanbul und die Provinzorganisation der regierenden AKP hatten Strafanzeigen eingereicht. Mahmut Dölek, Ömer Tuncel und Emrah Toraman wurden im Rahmen einer von Mersins Polizeichef eingeleiteten Untersuchung des Filmmaterials wegen des nachweislich des gefälschten Interviews festgenommen.

Das gefälschte Interview wurde in den sozialen Medien verbreitet, nachdem Istanbuls CHP-Bürgermeister Ekrem Imamoglu angekündigt hatte, 100 Tonnen Zitronen von Produzenten zu kaufen, die wirtschaftlich unter der Pandemie des Coronavirus und Covid-19 leiden. Imamoglu sagte, man wolle die gekauften Zitronen kostenfrei an Bedürftige verteilen. In dem Video beschuldigt Tuncel, ein Möbelhersteller, der jedoch im Video sagte, er sei Bauer, Imamoglu dahingehend, sein Versprechen, 100 Tonnen Zitronen zu kaufen, nicht eingehalten zu haben. Ferner sagte Tuncel wahrheitswidrig und um den CHP-Bürgermeister vorsätzlich zu diskreditieren, Imamoglu habe die Zitronen stattdessen ausschließlich von Unterstützern der Republikanischen Volkspartei CHP gekauft.

Zweiter Vorfall fand in Istanbul statt

Das Video zeigt auch Dölek, der behauptete, ein lokaler Journalist zu sein und der Tuncel stets soufflierte, was er sagen solle. Dazu gehörte auch die deutliche Anweisung, die Beziehung von Imamoglu zu den angeblichen Bauern hervorzuheben, die CHP-Unterstützer seien. Toraman, der dritte Verdächtige, wurde wegen der Aufnahme und Veröffentlichung des Videos in den sozialen Medien festgenommen. In den Häusern aller drei Verdächtigen wurden umfangreiche Durchsuchungen durchgeführt und ihre Telefone für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Zu seiner Verteidigung sagte Dölek, dass sie das Filmmaterial "zum Spaß" gedreht hätten. "Es wurde irgendwie in die sozialen Medien gebracht", fuhr er fort.

Dies ist nicht der erste Vorfall, der Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der CHP mit falschen Anschuldigungen ins Visier nahm. Der zweite Fall war eine Troll-Kampagne in den frühen Tagen der Pandemie in der Türkei und in Istanbul. Dabei sollte Imamoglu von Trollen wegen der starken Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel diskreditiert werden, wobei die Fahrgäste auf alle Schutzmaßnahmen verzichteten. In dem Zuge wurde von diesen Trollen auf Twitter Bilder von überfüllten Bussen im europäischen Teil von Istanbul geteilt und die Gemeinde beschuldigt, soziale Distanzierung nicht berücksichtigt zu haben. Die Stadt Istanbul wies daraufhin die Behauptung zurück, dass Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs überfüllt gewesen seien, indem sie "digitale Daten" über ihre Nutzung austauschten und aufzeigte, dass dies eine konzertierte und gesteuerte Aktion gewesen sein muss.

(ce)

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