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Türkei: Drei Angeklagten drohen zwölf Jahre Haft wegen Hilfe bei Ghosn-Flucht

22.1.2021 14:33 Uhr

Ende 2019 war dem früheren Renault-Chef Carlos Ghosn eine spektakuläre Flucht aus Japan gelungen. Bei dem Prozess in Istanbul fordert die Staatsanwaltschaft nun gegen drei Verdächtige, die Ghosn geholfen haben sollen, wegen "Schmuggel eines Migranten" die Höchststrafe von jeweils zwölf Jahren Haft.

Bei den drei Verdächtigen handelt sich um einen Mitarbeiter einer privaten türkischen Airline sowie zwei türkische Piloten. Insgesamt sind seit Juli sieben Personen angeklagt. Zwei weitere Piloten droht eine Haftstrafe von einem Jahr, weil sie das Verbrechen verschwiegen haben sollen. Zwei Flugbegleiterinnen können dagegen mit einem Freispruch rechnen.

Angeklagte wollen von nichts gewusst haben

Der 66-jährige Ghosn war im November 2018 wegen Untreue in Japan festgenommen worden. Allerdings kam er gegen Kaution frei und soll dann am 30. Dezember 2019 versteckt in einer großen, mit Schaumstoff überzogenen Musikbox, von den beiden angeklagten Piloten nach Istanbul und anschließend nach Beirut im Libanon ausgeflogen worden sein. Dort hält sich der frühere Top-Manager noch immer auf. Die drei Hauptangeklagten bestreiten den "Schmuggel eines Migranten" und behaupten vielmehr, dass sie nicht gewusst haben, dass Ghosn an Bord war. Mit einem Urteil wird Ende Februar gerechnet.

(bl)

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