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Türkei: Deutsche Tourismusfachleute prüfen Sicherheitsmaßnahmen in Antalya

15.7.2020 19:24 Uhr

Vertreter von führenden Tourismus-Agenturen aus Deutschland besuchen derzeit die Türkei. Dazu gehören Standorte wie Antalya, Izmir oder auch Kusadasi in der Provinz Aydin. Das teilte das Kultur- und Tourismusministerium sowie die Fluggesellschaft SunExpress mit. Ziel der Reise ist es, die Sicherheitsstandards vor Ort in Augenschein zu nehmen und zu sehen, wie das Programm mit den Zertifikaten für sicheren Urlaub gehandhabt wird.

Die Tourismusfachleute, darunter Offizielle von Touristik Aktuell sowie die Betreiber von TUI und Altours, sind vom 15. bis zum 20. Juli in Izmir und Kusdasi in der Türkei. Dabei werden die Maßnahmen zum Schutz der Touristen vor der Coronavirus-Pandemie in Augenschein genommen, lautet die Erklärung von Tourismusministerium und SunExpress, ein Joint Venture von Turkish Airlines (THY) und Lufthansa. "Unser Ministerium hat das Zertifizierungsprogramm für sicheren Tourismus eingeführt. Die Türkei hatte alle Vorbereitungen für die neue Tourismus-Saison abgeschlossen, als die nationalen und internationalen Flüge wieder aufgenommen wurden", sagte der stellvertretende Minister für Kultur und Tourismus, Nadir Alpaslan.

Deutsche Tourismusfachleute vom 23. bis 26. Juli in Antalya

"Die Türkei behält ihre Power im Tourismus. Wir verfügen über die notwendige Infrastruktur und Ausrüstung, um diese schwierige Zeit für die Welt zu überwinden", fügte er hinzu. Im vergangenen Monat empfing das Ministerium Botschafter aus mehr als 50 Ländern in Antalya, der Kernregion der türkischen Tourismusindustrie. Ziel war es, Vertrauen zu schaffen, dass alle Vorsichtsmaßnahmen - von Hygiene- und Sozialabstandsregeln bis hin zu Gesundheitsinfrastruktur und Transport - ordnungsgemäß getroffen wurden. "Nach der Veranstaltung in Antalya haben wir sehr positive Rückmeldungen von Botschaftern erhalten", sagte Alpaslan.

"Wir haben gesehen, dass das Programm zur Zertifizierung des sicheren Tourismus die internationale Presse von Deutschland nach Großbritannien, Japan, in die Ukraine, nach Russland und in die Niederlande aufmerksam gemacht hat", fügte er hinzu. Die deutschen Tourismusfachleute werden vom 23. bis 26. Juli Einrichtungen in Antalya besuchen. Mehr als 727 Hotels und etwa 900 Restaurants beantragten nach Angaben des Ministeriums Ende Juni ein "Zertifikat für sicheren Tourismus". Daraus geht hervor, dass sie Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen mit Covid-19 ergriffen haben. Jede Einrichtung mit mehr als 50 Zimmern ist verpflichtet, am Programm teilzunehmen.

Die türkische Regierung führte außerdem ein Krankenversicherungssystem für ausländische Reisende und ihre im Ausland lebenden Bürger ein, das zwischen 3000 und 7000 Euro an Kosten absichert und zwischen 13 und 33 Euro kostet. Für einen einwöchigen Aufenthalt kann das Limit von 7000 Euro für 23 Euro erworben werden und die Versicherung deckt die Gesundheitsausgaben einschließlich einer Coronavirus-Behandlung ab. Touristen können sich auch für einen Coronavirus-Test auf einem Flughafen auf dem Heimweg für 15 Euro entscheiden.

Türkei: Tourismuseinnahmen 2019 bei 30 Milliarden Euro

Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy und Außenminister Mevlüt Cavusoglu führten in den vergangenen Wochen Dutzende Gespräche mit ihren Amtskollegen in rund 70 Ländern. Darunter war auch der Besuch in Deutschland. Es wurde über die Möglichkeiten der Wiederaufnahme der Tourismusaktivitäten gesprochen. Bislang gibt es jedoch noch kein positives Feedback und die Reisewarnung besteht immer noch. Thomas Bareiß, parlamentarischer Staatssekretär und Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hatte der Türkei zuletzt Hoffnungen gemacht, dass die Reisewarnung zeitnah fallen könnte. "Jedes Land sollte fair behandelt werden und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass die Tourismusaktivitäten zwischen der Türkei und Deutschland bald wieder aufgenommen werden", sagte er dem deutschen Sender n-tv.

Nach Angaben des Ministeriums für Kultur und Tourismus besuchten im Juni über 21.000 ausländische Touristen Antalya, nach 2,2 Millionen im Vorjahresmonat. Die Provinz hat bereits in der ersten Juliwoche mehr als 27.000 Ausländer aufgenommen, während die Ukrainer mit 10.498 Reisenden den größten Teil der Zahl ausmachten. Nachdem die Türkei 2019 mit 51,9 Millionen Menschen eine Rekordzahl an Besuchern angezogen hatte, hatte sie vor der Coronavirus-Krise im Jahr 2020 insgesamt 60 Millionen Touristen im Visier. Die Tourismuseinnahmen des Landes beliefen sich 2019 auf 30,2 Milliarden Euro, ein neues Rekordhoch nach offiziellen Angaben. Die Zahl stieg im vergangenen Jahr um 17 Prozent gegenüber 25,8 Milliarden Euro im Jahr 2018.

(ce)

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