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Türkei: Das ist der Vier-Stufen-Plan zur Normalisierung nach Covid-19

7.5.2020 14:58 Uhr

Langsam ist ein Abflachen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Türkei zu beobachten und die Regierung plant, wie man wieder ein Stück Normalität aufnehmen kann. Bereits am Anfang der Woche hatte der türkische Präsident Erdogan eine schrittweise Öffnung des Landes angekündigt, jetzt gibt es neue Details zu den Planungen.

In vier Etappen soll das Leben wieder in normale Bahnen gelenkt werden, wie die Tageszeitung Hürriyet berichtet. Doch wie Präsident Erdogan betonte: So schnell, wie man Lockerungen bei Maßnahmen anordnen könne, genauso schnell könne man sie auch wieder rückgängig machen. Alle Entscheidungen hingen von den Infektionszahlen mit dem Coronavirus ab.

Erste Phase ab 11. Mai

Am Montag gehen die Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen los. Eigentlich sogar schon am Sonntag, denn dann dürfen Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahren, die seit rund anderthalb Monaten ihre Wohnungen und Häuser nicht verlassen durften, erstmals wieder für vier Stunden an die frische Luft.

Am Montag dann geht es los mit den schrittweisen Wiedereröffnungen: Frisöre, Beautysalons, Läden und Einkaufszentren (mit Einschränkungen) dürfen wieder für Kundschaft öffnen. Ebenfalls im Raum steht, dass am Montag nach der Sitzung des Corona-Wissenschaftsrats Reisebeschränkungen für weitere Provinzen aufgehoben werden könnten. Es wird allerdings nicht erwartet, dass sich Istanbul, Ankara, Izmir oder Zonguldak unter diesen befinden werden.

Öffnung von Moscheen und Cafés im Juni

Die zweite Phase wird sich vom Juni bis in den August ziehen. In ihr sollen die Ausgangssperren schrittweise verringert werden und die Zahl der Tage, an denen Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahren raus dürfen, erhöht werden. Es wird erwartet, dass die zweite Phase um den 12. Juni anfangen wird. Dann sollen auch wieder die Moscheen eröffnen, allerdings müssen für Massengebete vorgegebene Mindestabstände eingehalten werden. Auch Schutzmasken müssen weiterhin getragen werden.

Im Juni sollen auch Restaurants und Cafés mit Einschränkungen wiedereröffnen dürfen, genauso wie Bibliotheken. Sportveranstaltungen können wieder durchgeführt werden, allerdings ohne Zuschauer und nur unter bestimmten Sicherheits- und Hygienestandards. Falls der Bedarf nicht mehr vonnöten ist, könnte im Juni die Zahl der Pandemie-Krankenhäuser runtergefahren werden.

Open-Air-Konzerte und Co. im Juli

Kinos, Theater und Open-Air-Bühnen sollen vermutlich im Juli wieder in Betrieb genommen werden dürfen. Auch im Raum steht, größere Veranstaltungen wie beispielsweise Hochzeiten unter bestimmten Auflagen wieder zu erlauben.Bei Konzerten und ähnlichen Events muss jeweils ein Sitz zwischen den Gästen frei bleiben, zudem wird auch hier weiterhin eine Maskenpflicht gelten müssen.

Ob das für Juli geplante Istanbul Opernfestival, das Bodrum Ballettfestival und das Aspendos Opernfestival im August stattfinden darf, wird derzeit noch geprüft. Im Juli könnten auch Sportstätten und Schwimmbäder eingeschränkt wiedereröffnen.

Dritte Phase von September bis Dezember

Die dritte Phase beginnt im September und zieht sich bis ans Jahresende. Im ersten Schritt sollen nun Schulen und Universitäten wiedereröffnen. Dafür werden detaillierte Pläne ausgearbeitet, um die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gewährleisten zu können.

Im Herbst werden auch Konferenzen, Konzerte und andere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wieder erlaubt werden.

Neues Jahr, neue Normalität?

Die vierte und letzte Phase soll die Türkei wieder in die "Normalität" zurückbringen. Dann sollen alle Reise- und Flugbeschränkungen wieder aufgehoben sein und auch die Maskenpflicht soll dann kein Thema mehr sein. Was allerdings bleiben wird – und sollte – ist ein neues Bewusstsein für Hygiene und Mindestabstände.

(be)

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