Hürriyet

Türkei: Corona-Regeln zwingen Hochzeitsveranstalter zu ungewöhnlichen Lösungen

13.7.2020 9:26 Uhr

Nach einem monatelangen Verbot wegen der Corona-Krise erlaubt die Türkei seit dem 1. Juli wieder Hochzeitsfeiern, sofern hier alle Regeln bezüglich des Coronavirus wie beispielsweise der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Diese Regeln seien an der Stelle sowohl für die Hochzeitspaare als auch für die Gäste obligatorisch.

Während Braut und Bräutigam im Rahmen der Schutzmaßnahmen vor dem Virus Schutzmasken tragen müssen, hat sich auch einiges bei der traditionellen Hochzeitszeremonie geändert.

Die neue Art von "Taki"

In der türkischen Kultur ist es Brauch, dass das neue Ehepaar Geschenke wie Geld und Goldschmuck von ihren Familienangehörigen und Gästen während der Feier bekommt. Da sich die Menschen dabei aber üblicherweise umarmen und der Sicherheitsabstand so nicht eingehalten werden kann, kamen Hochzeitsveranstalter in der Türkei auf eine kuriose, aber auch kreative Idee.

Bei türkischen Hochzeiten bilden die Gäste normalerweise gegen Ende jeder Hochzeitsfeier eine lange Schlange vor dem frisch-verheirateten Paar und gratulieren dem Duo, indem sie sie auf die Wangen küssen oder ihnen die Hände schütteln. Dabei heften sie Geschenke wie Geld und Schmuck direkt an die Kleidung der Paare. Das „Anheften von Geld und Schmuck“ („Taki“) ist ab sofort eingeschränkt, findet jedoch immer noch statt.

Bei einer Hochzeitszeremonie in der Schwarzmeerprovinz Karabük heften die Gäste Schmuckstücke nun beispielsweise auf Schaufensterpuppen anstelle der Kleidung der Paare an.

Die Gäste gratulieren der Braut und dem Bräutigam zudem nun auch ohne körperlichen Kontakt.

„Halay“ mal anders

Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca gratulierte zuvor Bewohnern des Dorfes Kuyupinar aus der zentralanatolischen Provinz Cankiris, indem er ein Foto tanzender Dorfbewohner veröffentlichte, die sich hier auf einer interessanten Weise an die Corona-Regeln für die soziale Distanz hielten.

Menschen tanzen auf einer türkischen Hochzeit mit Stöcken (Bild: DHA)

Auf dem Foto führten die Dorfbewohner einen traditionellen „Halay“-Tanz auf, bei dem sich die Leute eigentlich gegenseitig an den Händen halten oder an den Schultern fassen, um lange Schlangen zu bilden. Die Bewohner des Dorfes führten den Tanz jedoch mit Stöcken auf, statt sich anzufassen, um sich so an den Sicherheitsabstand und die Hygiene-Vorkehrungen zu halten.

(gi)

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