Hürriyet

Türkei: Callcenter hilft bei psychischen Problemen in der Corona-Krise

13.8.2020 14:03 Uhr

Eigentlich sollte es nur zu Beginn der Corona-Pandemie existieren. Doch ein Callcenter, das den Menschen in der Türkei seit März psychologische Hilfe in der Krise bietet, hat sich zu einer festen Einrichtung etabliert und ist kaum noch wegzudenken.

Bei dem Programm, das den Namen "Mental Health Online Support on Coronavirus" (KORDEP) trägt, arbeiten mittlerweile 681 Fachkräfte. Und die Nachfrage ist immens. Bislang konnte bereits 1100 Menschen mit einer individuellen Online-Therapie geholfen werden. "Unser Angebot kommt sehr gut an. Bei uns arbeiten Freiwillige aus Universitäten, Krankenhäusern und anderen Gesundheitsorganisationen. Das ist nicht nur in der Türkei, sondern auch weltweit einzigartig", betont Kemal Memisoglu, der Gesundheitsdirektor der Provinz Istanbul.

Zwei Phasen in der Therapie

Menschen in der Altersspanne zwischen 16 und 75 Jahren mit meist verschiedenen Problemen würden sich melden, sagt Rabia Bilici, Chefärztin eines Krankenhauses und Mitarbeiterin bei KORDEP. "Wir führen in der ersten Phase engmaschig drei Anrufe mit den Hilfesuchenden durch. In der zweiten Phase werden dann etwa fünf Telefonate innerhalb von fünf Wochen eingeplant“, so die Medizinerin.

Da die Online-Therapien so gut ankommen, plant KORDEP das Angebot unabhängig von der Corona-Krise auszuweiten. So soll auch Menschen psychologisch geholfen werden, die unter einer schweren Krankheit leiden oder traumatische Erlebnisse verarbeiten müssen.

(bl)

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