Hürriyet

Türkei: Bürger aus Istanbul ziehen wegen Corona-Krise in Ferienorte

24.9.2020 9:59 Uhr

Die Bevölkerung der Regionen in der Nähe von Istanbul, wie Sarköy und Marmara Ereglisi, wird sich voraussichtlich im Winter vervielfachen, da die meisten Bürger von Istanbul aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie nicht mehr dazu bereit sind, in ihre Häuser in der Metropole zurückzukehren.

Der Bürgermeister von Sarköy, Alpay Var, berichtete, dass die kleine Stadt aufgrund von Urlaubern nun überfüllt sei. Er erklärte: "Die Bevölkerung von Sarköy beträgt [eigentlich] rund 32.000, und mit den Urlaubern ist die Zahl im Sommer auf 300.000 gestiegen." Der Bürgermeister schätzt, dass sich die Winterbevölkerung wegen der Corona-Krise in diesem Jahr auf rund 100.000 verdreifachen wird.

In Marmara Ereglisi ist die Situation auch nicht anders. In dem Bezirk, in dem eigentlich rund 26.000 Menschen leben, hat sich die Zahl sogar bereits versechsfacht. "Wir gehen davon aus, dass in diesem Winter 150.000 Menschen in Marmara Ergelisi leben werden, da die Coronavirus-Fälle [in der Metropole Istanbul] zunehmen", so die Angaben von Hikmet Ata, der Bürgermeister des Distrikts.

Menschen aus Istanbul lassen sich in den kleineren Städten nieder

Die Urlauber aus Istanbul hätten bereits begonnen, sich auf einen Aufenthalt in diesen Ferienorten wie Sarköy und Marmara Ergelisi vorzubereiten, die etwa 100 Kilometer von Istanbul entfernt liegen. Einige hätten beispielsweise Erdgas beantragt, andere hätten angefangen Holz oder Kohle zu lagern, und viele hätten in ihren Ferienhäusern Renovierungsarbeiten durchgeführt, um es für den Winter vorzubereiten.

In finanzieller Hinsicht profitieren aufgrund der „Umzüge“ in die kleinen Ferienorte die Kleinunternehmer und Arbeiter der Städte. Doch besonders die Handwerker würden sich über den Zuwachs der Bevölkerung in den Städten außerhalb Istanbuls freuen, da dies eine Gelegenheit für sie wäre, ihr Handwerk auszubreiten.

(gi)

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