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Türkei: Betrüger “vermieten” Fake-Luxus-Villen in Antalya

11.8.2020 18:48 Uhr

Mit der grassierenden Corona-Pandemie wollen die Menschen vermehrt in Ferienhäusern- und Villen statt in Hotels urlauben. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach Luxus-Villen und abgeschiedenen Behausungen – vor allem in den beliebten Urlaubsorten Kas und Kalkan in der Mittelmeer-Provinz Antalya. Diesen Umstand haben sich einige Betrüger zunutze gemacht und mit gefakten Vermittlungsseiten hunderte Menschen nicht nur um ihr Geld, sondern auch um ein paar ruhige Tage betrogen.

Wer würde hier nicht urlauben wollen? (Bild: dha)

Die Betrüger kopierten andere – legitime – Ferienhaus-Vermittlungsseiten und boten dort vor allem Luxusvillen in Kas und Kalkan in Antalya an. Doch diese Angebote waren nur exakte Kopien bereits bestehender Anzeigen. Durch wesentlich günstigere Preise – beispielsweise 3000 TL (ca. 352 Euro) statt 5000 TL für eine Woche in einer Villa in Kalkan - lockten die Betrüger die Reisewilligen auf ihre Seite. Um den Reservierungsprozess abzuschließen, mussten die Urlauber eine Anzahlung leisten.

Keine Villa weit und breit

Doch als die Urlauber dann – teils aus hunderten Kilometern Entfernung – anreisten, der große Schock: Entweder an der angegebenen Adresse gab es überhaupt keine Villa oder aber es wahren bereits Urlauber da, die auf der "echten" Seite gebucht hatten.


Die Chance, das Geld wiederzusehen, ist gering (Bild: dha)

Nachdem die Betrogenen vergeblich versuchten, ihre angeblichen "Vermieter" zu erreichen, wendeten sie sich an die Polizei, wo sehr schnell deutlich wurde, dass sie Opfer von Betrügern wurden, die bestehende Seiten kopiert und die Anzahlungen kassiert haben.

Keine Super-Rabatte erwarten

Der TÜRSAB-Regionaldirektor für das westliche Antalya, Riza Percin, zeigt sich betroffen: "Es gab einen ernsthaften Run auf die Villen. Die Leute suchten einen Ort zum Urlauben und alles war voll. Das haben Menschen mit Hintergedanken ausgenutzt und mit Bildern längst vermieteter Villen die Anzahlungen kassiert." Dabei handelt es sich um rund 35 Prozent Anzahlung auf den Gesamtpreis. Damit sollen sich die Betrüger aus dem Staub gemacht haben.


Villen am Meer sind extrem gefragt während der Corona-Pandemie (Bild: dha)

"Es macht uns traurig, so etwas zu sehen", so Percin. Allerdings habe man immer wieder versucht zu warnen: "Wer hier eine Villa mieten will, sollte sich an etablierte Vermieter halten." Man solle auch keine riesigen Rabatte erwarten und bei großen Preisnachlässen aufhorchen. Eine Villa, die sonst 5000 Lira koste, gebe es auch mit dem besten Rabatt nicht für 3000 Lira oder weniger. Vor allem nicht inmitten der hohen Nachfrage und zur Hochsaison. Wer sich unsicher sei, könne sich an TÜRSAB, die Vereinigung türkischer Reiseagenturen, wenden.

Die Betrogenen haben bei der Polizei Anzeige erstattet, allerdings ist es relativ unwahrscheinlich, dass die Betrüger gefunden werden. Also gilt auch, wenn man aus Deutschland eine Ferienvilla in Antalya und Co. buchen will: Am besten auf bekannte Anbieter setzen und bei allzu hohen Rabatten lieber genauer hinsehen.

(be)

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