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Türkei beschuldigt 20 Saudis, Khashoggi getötet zu haben

13.4.2020 8:42 Uhr

Ein türkisches Gericht akzeptierte am 11. April eine Anklage wegen der Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul im Jahr 2018. Die 117-seitige Anklage der Istanbuler Staatsanwaltschaft, in der 20 saudische Staatsangehörige beschuldigt wurden, an dem grausamen vorsätzlichen Mord beteiligt gewesen zu sein, wurde vom 11. Istanbuler Strafgericht akzeptiert.

Khashoggi, ein Kolumnist der Washington Post, wurde kurz nach seinem Eintritt in das Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul am 2. Oktober 2018 von einer Gruppe Saudis getötet und zerstückelt. Sein Körper wurde nie geborgen. Khashoggi wurde nach Berichten der Vereinten Nationen und anderer unabhängiger Organisationen sehr wahrscheinlich auf Befehl des saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman getötet.

Die Anklageschrift besagt, dass der Verdächtige Mansour Othman M. Abbahussain, der als Generalmajor und Geheimdienstoffizier in Saudi-Arabien tätig war, im Büro von Kronprinz Mohammed Bin Salman beauftragt und von Ahmed Bin Mohammed Al-Asiri angewiesen wurde, Khashoggi zurück ins Land zu bringen und ihn zu töten, wenn er sich dem widersetzte. Die Anklageschrift fügte hinzu, dass Abbahussain einen 15-Mann-Trupp, einschließlich sich selbst, für den Mord zusammengestellt hatte.

Klageschrift fordert lebenslängliche Haftstrafen

Er verteilte auch Aufgaben auf den Trupp und teilte sie in drei Gruppen ein: Geheimdienst, Logistik und Verhandlung. Abbahussain bestimmte auch als den Ort, wo er Khashoggi treffen wollte, das Arbeitsbüro des Istanbuler Konsulats und arbeitete alle Pläne für die möglichen Szenarien aus - vor, während und nach der Tat. Die Anklageschrift beschuldigt al-Asiri und Saud Al-Qahtani der Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung durch Folter und fordert für beide verschärfte lebenslange Haftstrafen.

Die Anklageschrift beschuldigt darüber hinaus auch 18 andere saudische Staatsangehörige und empfiehlt jeweils verschärfte lebenslange Haftstrafen. Die 18 hätten sich zur Ermordung von Khashoggi verabredet, wenn er sich weigerte, nach Saudi-Arabien zurückzukehren und operierten nach vorheriger Absprache, steht in der Anklageschrift. Als Reaktion auf die Zulassung der Klageschrift scheint es bereits erste Reaktionen aus Saudi-Arabien zu geben. Wie auf den Social Media gemeldet wird – hier auf dem Kurznachrichtendienst Twitter – soll Saudi-Arabien den Zugang zu den Webseiten der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi und zum türkischen Staats-TV-Anbieter TRT gesperrt haben.

(ce)

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