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Türkei beginnt mit Geldhilfe an Privathaushalte

15.4.2020 20:49 Uhr

Wie Finanzminister Berat Albayrak am 15. April mitteilte, soll die Regierung der Türkei begonnen haben, Geldhilfen an Privathaushalte auszugeben, die von der Krise, die durch das Coronavirus ausgelöst wurde, betroffen sind. Bisher sollen nach Regierungsangaben bereits über zwölf Milliarden türkische Lira (rund 1,58 Milliarden Euro) an 2,1 Millionen Haushalte mit niedrigem Einkommen geflossen sein. An 2,3 Millionen weitere Haushalte solle zeitnah weitere Unterstützung fließen.

"Alle unsere Institutionen sind mobilisiert, um Unterstützung zu geben, die im Rahmen des Economic Stability Shield implementiert wurde", sagte Finanzminister Albayrak in einem Video auf seinem Twitter-Account. Die Regierung hatte zugesichert, 4,4 Millionen bedürftigen Familien in der Türkei 1.000 Lira (rund 132 Euro nach aktuellem Wechselkurs) zur Verfügung zu stellen, seit sie am 18. März ein Paket zur wirtschaftlichen Stabilität angekündigt hat, um Einzelpersonen und Unternehmen vor den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu schützen.

Hohe Kosten durch Umschuldungen werden nicht akzeptiert

Finanzminister Albayrak erinnerte auch daran, dass staatliche Kreditgeber Anträge auf ein zinsgünstiges Kreditpaket von bis zu 10.000 türkischen Lira (rund 1320 Euro) für Familien mit einem monatlichen Einkommen unter 5.000 Lira (rund 662 Euro) bereithielten. Bis zum 15. April wurden 2,1 Millionen Antragstellern im Rahmen des Programms insgesamt rund Milliarden Lira (rund 1,58 Milliarden Euro) zugesandt. Über 412.000 Ladenbesitzer beantragten bei der staatlichen Halkbank günstige Kredite von bis zu 25.000 Lira (rund 3311 Euro), sagte der Finanzminister. Die Hälfte von ihnen habe Kredite in Höhe von insgesamt 6,7 Mrd. Lira (rund 887 Millionen Euro) erhalten.

Darüber hinaus haben fast 40.000 Unternehmen - die meisten davon kleine und mittlere Firmen - Kredite in Höhe von 36,3 Milliarden Lira (rund 4,8 Milliarden Euro) erhalten, fügte er hinzu. Der Minister bekräftigte, dass sein Büro die Lösung von Problemen zwischen Privatbanken und ihren Kunden in Bezug auf Forderungen nach Aufschub der Kreditrückzahlung und Umstrukturierung vorantreiben werde. "Wir haben gehört, dass diejenigen, die einen Kreditplan umstrukturieren oder ein Sparkonto begleichen möchten, mit übermäßigen Kosten konfrontiert sind. Das ist inakzeptabel. Wir möchten, dass bekannt wird, dass wir diese Probleme akribisch angehen werden", versprach Finanzminister Berat Albayrak.

Die türkische Regierung habe das Economic Stability Shield-Paket nach einer Phase des wirtschaftlichen Ausgleichs auf den Weg gebracht, sagte er. "Wir haben diesen Prozess gemanagt, ohne Unterstützung oder Hilfe von einer internationalen Einrichtung oder Institution zu fordern", fügte er hinzu und äußerte seine Hoffnungen, dass die Türkei in der bestmöglichen Position in die Phase nach dem Überstehen des Coronavirus eintreten würde.

Haushaltsdefizit im ersten Quartal 3,92 Milliarden Euro

Die türkische Regierung verzeichnete zwischen Januar und März ein Haushaltsdefizit von 29,6 Milliarden Lira (rund 3,52 Milliarden Euro), teilte das Finanzministerium am 15. April ebenfalls mit. Die Haushaltseinnahmen des Landes beliefen sich in den ersten drei Monaten des Jahres auf 255,75 Milliarden Lira (rund 33,87 Milliarden Euro) und stiegen gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent. Die Haushaltsausgaben stiegen jedoch ebenfalls um 12,1 Prozent auf 285,3 Milliarden Lira (rund 37,79 Milliarden Euro), was einem Defizit von 3,92 Milliarden Euro entspricht.

Ohne Zinszahlungen gab es im ersten Quartal einen endgültigen Überschuss von 8,67 Milliarden Lira (rund 1,15 Milliarden Euro) im Haushaltssaldo. Offizielle Zahlen zeigten, dass die Steuereinnahmen um 14,1 Prozent auf 176,1 Milliarden Lira (rund 23,32 Milliarden Euro) stiegen, während sich die Zinszahlungen im gleichen Zeitraum auf 38,25 Milliarden Lira (rund 5,07 Milliarden Euro) beliefen.

(ce)

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