Hürriyet

Türkei: Bankenaufsicht ändert Berechnung der Vermögensquote

29.9.2020 16:45 Uhr

Die türkische Bankenaufsichtsbehörde senkte am 28. September die Berechnung der Vermögensquote für Einlagenbanken von 95 Prozent auf 90 Prozent und für Beteiligungsbanken von 75 Prozent auf 70 Prozent. Damit will man die Lira stützen.

Laut der Aufsichtsbehörde wird die Maßnahme ab dem 1. Oktober wirksam. Damit will man zur Normalität vor der Pandemie zurückkehren, so die Behörde. Zudem soll die Inflation verringert und die Preise stabilisiert werden, um die Märkte zu beruhigen.

Zentralbank hebt Leitzins an

Letzte Woche hat die türkische Zentralbank ihren Leitzins angehoben. Zum ersten Mal seit der Währungskrise 2018 erhöhte die Bank ihren einwöchigen Repo-Satz um 200 Basispunkte von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent.

Die Asset Ratio wurde Anfang dieses Jahres eingeführt, um Finanzinstitute dazu zu bewegen, die Kreditvergabe zu verstärken, Staatsanleihen zu kaufen und Swap-Transaktionen mit der Zentralbank abzuschließen.

Über 70 Milliarden Euro an Reserven

Aktuell belaufen sich die Reserven der türkischen Zentralbank auf 71,9 Milliarden Euro. Das gesamte Reservevermögen ging im August gegenüber Ende Juli um 7,2 Prozent zurück. Die Devisenreserven in konvertierbaren Fremdwährungen beliefen sich auf rund 33,29 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 14,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im August gingen die Goldreserven der Bank – einschließlich Goldvorkommen und gegebenenfalls Gold-Swap – ebenfalls monatlich um 0,3 Prozent auf 43,4 Milliarden US-Dollar zurück.

Kurzfristig festgelegte Nettoabflüsse von Regierung und Zentralbank, einschließlich Fremdwährungskrediten, Wertpapieren und Verbindlichkeiten aus Deviseneinlagen, stiegen um 2,8 Prozent auf 21,96 Milliarden Euro, wobei 17,42 Milliarden Euro auf Tilgung und 4,56 Milliarden Euro Zinsen basierten. Darüber hinaus verzeichneten die ausstehenden Devisen- und Goldverbindlichkeiten aus den Derivategeschäften der Bank mit gebietsansässigen und gebietsfremden Banken 54,91 Milliarden Euro, von denen 22,57 Milliarden Euro innerhalb eines Monats fällig sind.

(an)

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