imago images / Xinhua

Türkei avisiert Zunahme der Flüchtlingszahlen

8.3.2020 16:07 Uhr

Die Türkei sagt der EU stark steigende Flüchtlingszahlen an der Grenze zu Griechenland voraus. Bulgarien scheint wegen der hohen Zahl an Menschen mit türkischem Hintergrund im Land außen vor zu sein. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu sprach in Elazig zu Journalisten und nannte Zahlen, die so nicht von NGOs oder Griechenland verifiziert wurden. Sicherlich werden EU-Politiker Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Brüssel auf die Rede ansprechen.

Seit der von der Türkei verkündeten Öffnung der Grenzen zur EU sollen nach Darstellung des türkischen Innenministers Süleyman Soylu mehr als 143 000 Menschen Griechenland erreicht haben. Die Zahl werde schon bald stark steigen, sagte er am Samstag vor Journalisten in der osttürkischen Stadt Elazig. «Das ist erst der Anfang. Sie sollten sehen, was als nächstes passieren wird. Was bislang geschehen ist, ist nichts», ergänzte er.

Die von Soylu genannte Zahl ist nicht zu verifizieren und sehr viel größer als die Angaben aus Griechenland. Eine so große Anzahl Menschen wäre für griechische Medien, die entlang der Grenze berichten, auch kaum zu übersehen gewesen. Auf griechischer Seite war seit dem Wochenende von weniger als 100 Menschen die Rede, die festgenommen wurden, und von rund 37 000 illegalen Grenzübertritten, die in den vergangenen sieben Tagen verhindert worden seien.

Verbale Scharmützel mit Griechenland

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sei nicht in der Lage, die Grenze geschlossen zu halten, sagte Soylu als Reaktion auf dessen Äußerung, der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei sei tot. Zudem hatte Mitsotakis der Türkei in einem CNN-Interview vorgeworfen, Flüchtlinge und Migranten als politische Bauernopfer zu benutzen, um die eigenen politischen Interessen zu verfolgen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ließ diese Behauptung über seinen Sprecher kategorisch zurückweisen. Vielmehr habe die EU ihre Zusagen nicht eingehalten.

Erdogan hatte am vergangenen Samstag gesagt, die Grenzen seien offen, denn die Türkei könne so viele Flüchtlinge nicht versorgen. Das Land hat mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Außerdem leben in der Türkei viele Flüchtlinge und andere Migranten aus Afghanistan und anderen Ländern. Auf Erdogans Ankündigung hin hatten sich Tausende Menschen auf den Weg zur griechisch-türkischen Grenze gemacht.

(dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.