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Türkei: Aufregung um "Seeungeheuer" im Van-See

15.8.2020 22:16 Uhr

Eine wackelige und unscharfe Handy-Aufnahme in dieser Woche sorgte für reichlich Aufregung in den sozialen Medien – und lässt uralte Geschichten wieder aufleben: Gibt es ein Seemonster im Van-See?

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Züleyha Sona fuhr gemeinsam mit ihren Cousinen an den Van-See, um einen schönen Tag zu verbringen. Doch plötzlich sahen die Cousinen etwas: Viele Zacken, die aus dem Wasser des Sees ragen und sich schnell bewegen. Sofort zückte Sona das Smartphone und versuchte, das Objekt im Wasser einzufangen: "Meine Schwester zeigte auf das Objekt, das Zacken am Rücken hatte. Sofort liefen wir in die Richtung, um es besser einfangen zu können. Schon meine Mutter erzählte mir über das Seeungeheuer im Van-See, aber wir fanden die Legende lustig. Nachdem ich das hier gesehen habe, glaube ich daran. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Selbst wenn es auf dem Video nicht so gut zu sehen ist, mit dem bloßen Auge war es beängstigend."

Legende oder Aal?

Die Geschichten, die sich um das Seeungeheuer im Van-See ranken, sind über hundert Jahre alt. Bereits armenische Chronisten beschrieben Ungeheuer namens "Vishaps" im See, die Legenden darüber gehen vermutlich noch auf die Urartu, ein altorientalischen Reich, zurück.

1889 findet sich ein Artikel in der ottomanischen Zeitung "Saadet" über das Ungeheuer, welches einen Mann in den See gezogen haben soll. Daraufhin begannen erste Expeditionen an den See, um das Ungeheuer zu finden.

Van-Sees eigener Nessie?

In den Neunziger Jahren kam es zu einem wahren "Seemonster-Boom" am Van-See, als zahlreiche Sichtungen berichtet wurden. Das zog auch die Aufmerksamkeit der Medien – und der Touristen – auf sich. So kamen immer wieder Gerüchte auf, dass es sich bei dem Seeungeheuer vom Van-See um einen Hoax handeln könnte, um den Tourismus anzukurbeln – ähnlich wie bei "Nessie" in Schottland.


1997 präsentierte ein Mann namens Ünal Kozak ein Video, auf dem verschwommene Aufnahmen des "Monsters" zu sehen gewesen sein sollen – doch das Video wurde von Spezialisten als verdächtig eingestuft. Der Archäologe und TV-Moderator Josh Gates suchte in einer Folge seiner Kryptozoologie-Show "Destination Truth" nach dem Seemonster – wurde aber ebenso erwartungsgemäß nicht fündig. Manche Biologen vermuten, dass sich im See große Aale befinden könnten, die die Menschen für das Seeungeheuer vom Van-See halten könnten.

(be)

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